27
Februar
2013

Über die Seele, Glück und anderes – ein Gespräch mit Dr. Martin Spiegel (Interview mit dem Herausgeber der ‚Anderen Realität‘, Dieter Wiergorski)

Dieter Wiergowski:
 

Ich habe festgestellt, dass ein spirituelles oder philosophisches Gespräch erst Sinn macht, wenn Begriffe geklärt sind. Begriffe werden ja von Mensch zu Mensch unterschiedlich verstanden – vor allem, wenn es sich um subjektive Begriffsinterpretationen handelt. So lautet meine erste Frage: Was ist für Sie die Seele?

Ich habe in Ihren Videovorträgen im Internet – die sich ja jeder kostenfrei anschauen kann unter www.gnosis.de – gehört, dass Sie von „seelischen Problemen“ sprechen und davon, die „Seelenfähigkeit“ zu ändern sowie von „Gefühlen des Zentrums der Seele“ usw.

Nach meiner Definition von Seele, die natürlich völlig subjektiv ist, gibt es keinen Seelenschmerz, gibt es keine seelischen Probleme, gibt es kein „Verletztsein der Seele“, sondern lediglich ein „Verletztsein des Egos“, Egoprobleme etc.

Die Seele ist für mich wie „Gott“: „Gott“ will nichts, „Gott“ braucht nichts, „Gott“ IST.

Genauso ist das für mich mit der Seele. Die Seele ist für mich unverwundbar – lediglich das der Seele „Aufgestülpte“, also das Ego, kann leiden. Nach „meiner“ Interpretation kann ich also an der Seele nichts ändern und brauch das auch nicht.

Darum wiederhole ich noch einmal die Frage: Was ist die Seele für Sie?

 

Dr. Martin Spiegel:
 

Natürlich versteht jeder unter 'Seele' etwas anderes.

Für mich gibt es drei Seelen im Menschen: Tier- oder animalische Seele, Mensch- oder Persönlichkeits-Seele, Gott- oder Lichtseele.

Ich gehe zunächst vom alltäglichen Sprachgebrauch aus, wenn ich von 'seelischen Problemen' spreche = Probleme des Innenlebens, des Gedanken- und Gefühlslebens, das aus vier Teilen besteht:

1. Wort-Gedanken,

2. Bild-Gedanken,

3. Gefühls-Gedanken,

4. Impulsen, Vektoren, Anstoß-Energien, die zu Motivationen werden ( = die klassische Lehre von den drei Seelenkräften Denken-Fühlen-Wollen).

Wenn es im SEIN, in der 'Welt' oder im Universum mehr Wesen gibt als eines, dann haben die einzelnen Wesen ein 'Ego', das heißt, eine Antriebskraft oder ein Antriebsfeuer, sich selbst zu leben, das gilt für alle Wesen, also aus unserer Sicht übermenschliche (göttliche Hierarchien, Engel etc.), menschliche und untermenschliche Wesen (Tiere, Dämonen etc.).

Alle Wesen leiden darunter, sein zu müssen, und ihre tiefste Sehnsucht ist, kein 'Ego' zu haben, das heißt, keine individuelle Existenz, sondern nicht mehr zu sein, bestenfalls als Tropfen aufzugehen im allgemeinen Lebens-Ozean, als Funke aufzugehen im allgemeinen Seins-Feuer.

'Ego' ist nichts Schlechtes, sondern von 'Gott' seinen Geschöpfen mitgegeben, damit sie an seinem Tanz teilhaben und nicht gleich wieder in seinen Schoß zurückkehren wollen.

– Wenn man sagt, "Gott will nichts", "Gott braucht nichts", "Gott ist", dann ist dieser 'Gott' getrennt vom übrigen Sein.

– Wenn man aber sagt, "Gott ist alles", dann sind aus diesem Gott auch die Seelenkräfte des Wollens, Begehrens, Wünschens, der Sehnsucht, des Zornes, der Liebe, Freude usw. geschaffen und dieser Gott ist diese Seelenkräfte.

– Wenn ich sage "Die Seele ist Gott", dann ist die nächste Frage: persönlicher oder überpersönlicher Gott?

Kann 'Gott' leiden?

Kann 'Gott' Traurigkeit empfinden über das Leiden seiner Kinder / Schöpfungen?

Ich sage: Gott hat den Emotionalkörper geschaffen und 'er / 'sie' ist glücklich darüber, denn auch Gefühle sind 'seine / ihre' Erschaffungen oder 'Gotteskinder' und 'er / sie' ist auch die Gefühle.

Also: Wenn es einen Gott gibt, der alles erschaffen hat, dann hat er auch die Gefühle, das Gefühlsleben ('Emotionalkörper') geschaffen.

Will 'er / sie' dann, dass wir unsere Gefühle nicht fühlen?!?

Von Kindesbeinen an unterdrücken wir unsere Gefühle, um nicht leiden zu müssen. Später lernen wir dann in sogenannter 'Spiritualität', dass es gut ist, über seinen Gefühlen zu stehen, frei von ihnen zu sein, und fühlen uns bestätigt. Es ist aber möglich, gleichzeitig seine Gefühle zu fühlen und nicht damit identifiziert zu sein.

Unsere "Psychologie 2000" unterscheidet freie und unfreie Gefühle (vergleiche Kinozuschauer).

Wenn man keine Gefühle mehr fühlen wollte, dürfte man keine Nachrichten mehr hören, kein Buch mehr lesen, keinen Film mehr sehen, der Mensch macht aber genau das, um zu fühlen!

In Wirklichkeit geht es um das Ideal des Buddhismus, in innerer Freiheit Zeuge von allem zu sein – aber wer sagt, dass dieser Zeuge nicht Gefühle fühlen darf wie Liebe, Erbarmen, Mitleid mit sich selbst und aller Kreatur?!?

 

Dieter Wiergowski:
 

Die nächste Begriffserläuterung, um die ich bitte: Was ist Glück für Sie? Und wer will Glück? Die Seele ist es ja nach meiner Definition nicht, da sie nicht wollen kann – sondern das Ego. Das Ego will Glück. Wie sehen Sie das?

 

Dr. Martin Spiegel:
 

Diese Frage zu beantworten, müsste man erst beginnen mit der Frage: Was ist 'wollen', wer oder was kann 'wollen'? Ich sage: Alles, was ist, ist eine Energie, und jede Energie ist eine Wesenheit; wenn es also Willen gibt, dann ist der Wille (volitiver oder Willens-Körper) eine Wesenheit, und zwar eine von 'Gott' (ich spreche auch vom 'kosmischen Computer') geschaffene Wesenheit und damit ein Engel oder ein Gott, mit dem man kommunizieren kann. Alle Seelenkräfte sind göttliche Wesenheiten, Engel oder Götter, die dem Menschen für sein Sein als Werkzeuge mitgegeben sind.

Die Frage ist, ob 'Gott' etwas 'wollen' kann – zum Beispiel erschaffen, oder ob er bloß eine Maschine ist wie eine Mutter, die ein Kind bekommt, ohne es zu wollen.

So die Frage, ob eine 'Seele' im höheren Sinn etwas 'wollen' kann, zum Beispiel Entwicklung, Befreiung, Erlösung, Erleuchtung, Einweihung o.ä.

Man sagt gerne: "lasse es geschehen, ohne es zu wollen – der Wille hindert dich daran" – aber dann verwechselt man Wille mit Anhaftung.

Wille ist etwas Neutrales – eine Kraft, Instrument, um etwas zu verwirklichen.

Anhaftung ist ein Dämon, ich nenne es mit den alten Manichäern die 'Göttin der Gier'. Nicht das 'Ego' ist also das Problem, sondern die Gier (im Gegensatz zu den Seelenkräften Wünschen, Sich-Sehnen, Wollen und Begehren, die man braucht, um weiterzukommen). Die GIER ist das, was alles verzerrt und alles kaputtmacht, sie ist das Herrschaftsinstrument der Weltmächte über die Menschen (siehe Werbung). Und ihre mächtigste Waffe ist die Lehre von der Ego-Überwindung, die alle sichtbaren und unsichtbaren Diktatoren der Weltgeschichte benutzt haben, um zu verhindern, dass der Mensch seine individuelle Entwicklung über den Zwang des Kollektivs stellt.

Für die Menschen ist Glück die Erfüllung ihrer Wünsche, zum Beispiel nach Freiheit, Uneingezwängtsein, Ausdehnung, Erlösung o.ä.

Für mich ist die Voraussetzung für Glück, wenn man über seine Seelenfähigkeiten verfügt.

'Psychologische Probleme' entstehen, wenn man nicht darüber verfügt, nicht Herr im Haus der eigenen Seele ist, sondern Sklave seiner Dämonen, Reaktionsmechanismen, Verhaltenssüchte, Suchtverhaltens.

Das Problem in der Therapie ist, dass die Menschen aufgrund ihrer Blockaden / Dämonen eben nicht über diese Seelenfähigkeiten verfügen; dass heißt, sie werden daran gehindert.

In unserer "Psychologie 2000" sprechen wir von den "7 Signs – sieben Merkmalen seelischer Handlungsfähigkeit"; da, wo wir damit Probleme haben, können wir wissen, dass wir unter der Knute von negativen karmischen Energien stehen:

1. Loslassen können, an nichts anhaften müssen, um über seinen Reaktionsmechanismen zu stehen (das kann der Mensch im Gegensatz zum Tier und auch zu sogenannten Engeln).

2. Sich wahrhaft 'entspannen' = fallenlassen zu können: erst in den Brustraum hinein, dann in den Beckenraum hinein.

3. Sich verschenken / hingeben zu können.

4. Liebe sein zu können ( = ein Zustand im Brustraum, der durch den Lebenskampf blockiert ist).

5. Sein eigenes Leiden spüren zu können in den Seelen- oder Gefühlsräumen Entsetzen, Angst, Verzweiflung, Zorn / Hass, Schmerz, Traurigkeit, Bitterkeit ( = 'emotionale Intelligenz' im engeren Sinne), was jedes Kleinkind noch kann, später aber unterdrückt wird mit all den bekannten Folgen für Körper und Seele.

6. Sein eigenes Streben spüren zu können, die vielen Impulse in uns, wo wir nicht anders können, als gesund sein zu wollen statt krank, erfüllt sein zu wollen statt ausgezehrt usw. – das steht nicht im Gegensatz zu 'alles annehmen'. Wir haben dafür ein 'Patentrezept', in zwei scheinbar gegensätzlichen Sätzen zusammengefasst, die gut verstanden werden wollen: a) "Nichts begehren – sich gegen nichts wehren", b) "nichts wollen müssend alles alles wollen lassen".

7. 'Beten' können = Kommunikation mit dem Sein: aus dem Wissen heraus, dass die Kräfte, die mich geschaffen haben nach Körper, Seele und Geist, jederzeit 'Gewehr bei Fuß' stehen, um mich auch wieder zu reparieren oder zu vervollkommnen…

 

Dieter Wiergowski:
 

Nun haben wir also die Begriffe Seele und Glück besprochen. Wie kommen Sie auf Ihre persönlichen Interpretationen davon? Ich glaube eh, dass Worte das Ganze gar nicht ausdrücken können und dass eben durch Worte das Wesen des Gesamten gar nicht erfasst werden kann – oder?

Trotzdem macht es Spaß, über diese Dinge zu philosophieren. Wie es denn wirklich ist – ich weiß es nicht. Was Sie sagen, macht Sinn, wenn ich mich in Ihr Denken hinein fühle. Ich glaube auch, dass Gott alles ist und somit alles in sich trägt, was in der heutigen Welt existiert; also Liebe und Hass, Frieden und Krieg. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, wäre „er“ sogar persönlich mit Willen, Denken, Fühlen; mit Zuneigung und Eifersucht, mit Vorlieben und Abneigungen. Wohlgemerkt: Von diesem Standpunkt aus betrachtet.

Wir Menschen denken linear. Darum glauben wir, dass alles einen Ursprung haben muss. Wenn man allerdings der Ansicht ist, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eins ist, dann gibt es keine Ursache und Wirkung mehr; dann gibt es keinen Schöpfer mehr, der „vor“ allem war.

Sollten Buddhisten Recht haben, kommt alles aus der „Leere“ und wird wieder zur „Leere“. Mein eingangs erwähntes Gottesbild, wie Gott will nichts, braucht nichts, sondern Gott IST, bezieht sich darauf.

Sobald aber die „Leere“ verlassen ist und „Schöpfung“ eingetreten ist, ist Gott natürlich auch alles, was die „Schöpfung“ ausmacht.

Meine Frage also: Glauben Sie, dass irgendwann, wie die Buddhisten annehmen, alle Menschen ins „Nirwana“, also ins Nichts, (wieder) eingehen und dann nichts mehr wollen, nichts brauchen, sondern einfach SIND, so wie Gott dann diese selben Aspekte aufweist und „wir“ und „er“ unpersönlich sind? Um ehrlich zu sein: Im Moment möchte ich das gar nicht. Ich möchte mein Ego behalten…

 

Dr. Martin Spiegel:
 

Wie komme ich auf meine persönlichen Interpretationen von 'Seele' oder 'Glück'? Ganz ehrlich: Interpretationen interessieren mich nicht. Ich habe bloß gesagt, was man alles so unter Seele versteht, von der Lehre von der unsterblichen Seele, sei sie persönlich oder un- oder überpersönlich, bis hin zum 'Innenleben' von Pflanzen, Tieren, Menschen, Geistern usw.

Wir reden vom Innenleben, zum Beispiel vom Gefühlsleben, und das wird auch seelisches Leben genannt im Gegensatz zum körperlichen Leben. Und mit seinem Innenleben schlägt sich jeder Mensch in jedem Moment herum, genau genommen, wird jeder Mensch von seinem Innenleben bestimmt, ob man das Seele nennt oder nicht.

Und der Begriff Glück wird ja eben allgemein als die Erfüllung aller Wünsche 'interpretiert'. Ich habe einen Vortrag gehalten: "Ist Glücklichkeit ein erstrebenswerter Zustand?", da spreche ich davon, dass 'Glück' vollkommen undefiniert ist, vor allem aber ist es kein Gefühl, kein Gefühls- oder Seelenraum im wahren Sinn des Wortes, so wenig wie Depression ein Gefühl ist.

Wenn ich glücklich bin, wenn ich Glück habe oder 'Schwein' habe, dann kann ich das mit vielen Gefühlen quittieren: zum Beispiel mit Freude, Erschütterung, Dankbarkeit, Seligkeit, Sehnsucht oder eben 'Glücklichkeit';

wenn ich 'depressiv' bin, dann kann ich Gefühle haben wie Angst, Verzweiflung, Zorn, Schmerz, Traurigkeit, aber das Gefühl 'Depression' gibt es nicht – seit die Menschen über ihr Innenleben sprechen, finden sie keine Worte oder Begriffe, die exakt und differenziert sind. Worte können das Ganze nicht nicht ausdrücken oder erfassen – sie sind so gut, wie der, der sie hört oder liest.

Ich kann sagen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind eins, es gibt keine Ursache und Wirkung und keinen Schöpfer, der vor allem war. Diese Fragen sind in der hohen Philosophie (Hegel) alle beantwortet. Dass alles aus der Leere kommt und wieder zur Leere wird, sagt auch die Urknalltheorie. Wenn man das Gott nennen will, kann man das. Ich nenne Gott 'god machine' oder 'kosmischen Computer' und meine die Naturkräfte, die alles bewirken, die Wesen sind, mit denen man kommunizieren kann, einzeln oder in ihrer Gesamtheit. Verstehen Sie? Es geht um Praxis, die Erfahrung, dass 'das' antwortet, wenn ich es rufe: jede innere Tätigkeit, jedes Gefühl, jede Denkweise, jede Energie ist ein Ruf, ein Gebet, zieht Gleichgeartetes an. Und "wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus". Die Leute nennen es unbewusste oder bewusste 'Magie'.

Wenn Sie fragen, lieber Herr Wierkowski, in was vielleicht alle Menschen (wieder) eingehen, wo sie nichts mehr wollen, nichts brauchen, sondern einfach SIND, dann glauben Sie an eine Existenzweise oder halten sie für möglich, in der keine Dynamik, sondern Statik ist. Kennen Sie etwas, was ist, ohne wahrzunehmen, sein Sein zu fühlen, zu 'atmen', sich zu bewegen?

Jede innere Tätigkeit, zum Beispiel sein Sein fühlen, ist eine Tätigkeit. Man redet so gern von reinem Sein – und wissen Sie was? Jeder, Sie und ich und alle, sind jetzt und hier in diesem reinen Sein und können es fühlen – oder auch nicht. Und können dazu ein Gefühl oder viele Gefühle haben (Freude, Seligkeit, Fülle, Dankbarkeit, Erschütterung, Kraft, Anbetung usw.).

Aber Sie und ich und alle sind jetzt und hier auch in einem unreinen oder konkreten, bestimmten 'Sein'; selbst wenn es nur ein Traum ist, so ist es doch ein Traum, der etwas mit uns macht, zum Beispiel 'Gefühle' verursacht.

Was Hegel meint: alles, was wir in jedem Moment sind, fühlen, wahrnehmen, sehen, hören, riechen, schmecken, erleben usw. und tun, geschieht doppelt: einmal kriegen wir selbst das mit, und zum zweiten kriegt 'Gott' – der 'kosmische Computer' – das durch uns mit – und lernt daraus…

 

Dieter Wiergowski:
 

Glauben Sie, dass es stimmt, was viele so genannte „Meister“ sagen, dass das Ich/Ego direkt mit dem Tode erlischt? Wie immer Ihre Antwort auch aussieht – welche Belege haben Sie dafür?

 

Dr. Martin Spiegel:
 

Es geht doch darum, wie man 'Ego' definiert.

Wenn es der Körper ist – der löst sich normalerweise auf.

Wenn es die Seele ist, unser Innenleben – das lebt bestimmt noch einige Zeit weiter, länger als der Körper.

Wenn wir ein 'Ich' sind, ein 'Funke' des Seins-Feuers, ein Tropfen des Seins-Ozeans, dann erlöschen wir so oder so: der Funke oder Tropfen kann außerhalb nicht existieren, und wenn er mit seinem Element sich vereinigt, verliert er seine individuelle Existenz. Und jeder Mensch trägt in seiner tiefsten Tiefe – das stellt sich unter anderem in unserer Arbeit heraus – eine größere Sehnsucht, nicht zu sein, als die Sehnsucht, zu sein (das hat bestimmte Gründe).

Trotzdem glaube ich an ein 'ewiges' Leben: im Original heißt es nicht 'ewig' im Sinne von unendlich, sondern 'äonisch', das heißt, für gewisse Zeitperioden ('Äonen'). Diese Äonen sind sehr lang und betragen nach unserer Auffassung mindestens Milliarden von Jahren.

Welche Belege habe ich dafür? In unserer 'Seelenarbeit' gelangen wir an den Punkt, wo wir fühlen, das Gefühl haben, ein 'unauslöschliches Feuer des Lebens, der Liebe und des Lichts' zu sein. Dieses Gefühl steht für sich selbst: es ist der triumphale Bewusstseinszustand, durch absolut nichts ausgelöscht zu werden.

Sie können sagen: das kann auch eine reine Projektion sein.

Sie können sagen: wäre es nicht so, könnte man es nicht spüren.

Egal. In jedem Falle kann es nicht darum gehen, sich darum zu kümmern, was nach dem Tod ist, sondern nur, was hier und jetzt ist – und hier und jetzt verschwinden und verschwimmen in der Tat Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in eins, in einem Seins-Zustand – nicht bloß Bewusstseins-Zustand.

 

Dieter Wiergowski:
 

Was unterscheidet Ihre Lebensschule von anderen? Was wollen Sie erreichen?

 

Dr. Martin Spiegel:
 

Ja, ja, 'Lebensschule', eigentlich ein furchtbarer Begriff, weil alle sich bemüßigt fühlen, 'Lebensschulen' zu generieren. Aber das Kind muss einen Namen haben, ich habe meiner Arbeit schon viele Namen gegeben. Wir nennen uns "Pioniere in Psychologie, Philosophie, Persönlichkeitsbildung und Pädagogik" und verstehen uns als Avantgarde der modernen seelisch-geistigen Bewegung, geboren aus dieser Bewegung, gewachsen mit dieser Bewegung und blühend mit dieser Bewegung.

Unser Motto ist unter anderem: "Für eine wissenschaftliche Theorie und Praxis des Bewusstseins"; wie wir Wissenschaftlichkeit definieren, was wir von ihr fordern, was sie leisten kann und was nicht, würde hier zu weit führen. Erreichen wollen wir, dass unser Wissen sich verbreitet, den Menschen hilft und Teil wird, eine neue Psyche zu generieren, anknüpfend an die Forderungen der Klassik von Mensch-Werdung, so weit das auf Erden möglich ist. Unser Ziel ist der "Vollblut-Mensch", der über alle seine 'Seelenfähigkeiten" – Fähigkeiten inneren Handelns, Wahrnehmens und Bewirkens – verfügt, indem er / sie mit Hilfe der Seins-Kräfte seine Dämonen zurückdrängt, die ihn daran hindern.

 

Dieter Wiergowski:
 

Ich bedanke mich für das Interview. Und ich freue mich, in Ihnen einen äußerst kompetenten Gesprächspartner gefunden zu haben. Einige Antworten geben mir in der Tat zu denken, denn: Ich habe zwar ein Konzept, aber das habe ich im Laufe der letzten Jahrzehnte immer wieder geändert. Denn: „Die“ Antworten habe ich nicht. Aber: Antworten werden für mich immer uninteressanter für mein Leben im Hier und Jetzt. Wir kennen das gesamte Lehrkonzept von Dr. Spiegel nicht. Aber aufgrund seiner fundierten Antworten nehmen wir an, dass es sehr empfehlenswert ist. Schauen sie einfach mal auf seine Website.

Author: Martin Spiegel
Posted in: Allgemein