10
August
2017

Der Ring des Herzens: vom Sitz der Gefühle zum Ort des Lichtselbstes

Der Ring des Herzens: vom Sitz der Gefühle zum Ort des Lichtselbstes

Was haben ‚Gefühle‘ mit dem Göttlichen zu tun?!?

 

Das Geheimnis des ‚Herzens‘ aus der Sicht der inneren Wissenschaften besteht darin, dass es ein unsichtbarer Ort ist in der Gegend des sichtbaren Herzens.

Ein eigenes Bewusstseinszentrum. In der gnostischen Philosophie ( = der ‚Philosophie der Wissenden‘) sprechen wir von den drei Bewusstseinszentren des Menschen (Kopfraum – Brustraum – Bauch-/Beckenraum) als von den drei inneren Tempeln oder Heiligtümern, aus denen die ‚Händler und Wucherer‘ (Neues Testament), „Diebe und Räuber“ (Mani) vertrieben werden müssen auf dem Weg der Geist- oder Lichtwerdung.

Wie kommt es, dass unser ‚Herz‘ oder der Brustraum seit je als Sitz der Gefühle, des Gefühlslebens, betrachtet wird und gleichzeitig als Ort des spirituellen Zentrums des Menschen, des Göttlichen Lichtfunkens oder so ähnlich?!?

Haben ‚Gefühle‘ etwas mit dem Göttlichen zu tun?!?

Die moderne Wissenschaft versucht, die Gefühle im ersten Bewusstseinszentrum, im Kopf, zu lokalisieren, ja sogar zu erzeugen, verliert dabei aber vollständig den Bezug zum Wesen der Emotion:

dass es eine Quittierung von Wahrnehmungswertungen ist in einer bestimmten Art von unsichtbarem ‚Seelenstoff‘ (Emotional-, Fühl- oder Seelenfluidum genannt, auch Lichtäther o.ä., als Aufbaustoff des Emotionalkörpers = Seelen- oder Gefühlslebens).

Wenn wir diesen unsichtbaren ‚Seelenstoff‘ in unserem Brustraum akkumulieren, der durch Druck, Anspannungen und Blockaden, Spaltungen und Spannungen ‚aufgefressen‘ wird, dann könnten wir exakt diese Seelenfülle, die wir ständig durch die Verfolgung äußerlicher Ziele zu erreichen suchen, ‚auf den Plotz‘ innerlich in uns selber (wieder) herstellen lernen – immer, wenn sie uns wieder verlorengeht:

indem wir einfach alle Gefühle wieder zulassen und in unserem Herz-Raum versammeln, die wir gewohnheitsmäßig von Kindesbeinen an unterdrücken:

im Vertrauen, dass alles ein sich selber heilendes System ist, auch unsere Seele.

Jede Wahrnehmung ist eine Einheit von drei Komponenten, wie man weiß:

erstens Sinnesdaten (Formen, Farben, Geräusche etc.),

zweitens Beurteilungsversuch (Auswertung / Bewertung / Evaluation: bedeutungslos? negativ? positiv?),

drittens dementsprechende emotionale Quittierung (angenehme / unangenehme Gefühle wie Erleichterung / Beschwerung, Freude / Entsetzen, Beruhigung / Angst, Berührung / Abstoßung etc.):

was, nachdem ‚einstudiert‘, dann schon beim Kind oft in Sekundenbruchteilen geschieht!

Bis dahin kann es auch zu ‚gemischten Gefühlen‘ kommen, bis wir eine Gefühlssicherheit erreichen, aus der dann auch entsprechende Willens- und Verhaltenssicherheit erwachsen können.

So sind in jedem Gefühl die Bewusstseinstätigkeiten enthalten, die zu seiner Entstehung geführt haben. Gedanken ohne Gefühle sind arm, Gefühle, je entwickelter sie sind, sind jedoch reich, stets angereichert durch Gedanken!

Deswegen gibt es eine ‚Intelligenz des Herzens‘, deswegen können wir die entwickeltsten Gedankentätigkeiten durchführen, ohne unseren Bewusstseinsschwerpunkt vom Herzen in den Kopf verlagern zu müssen!!

Das Problem ist, dass wir aus mehreren ‚Persönlichkeits(an)teilen‘ oder ‚Teilpersönlichkeiten‘ bestehen, die sich alle unseres ‚Seelenapparates‘ bedienen, das heißt unseres Wahrnehmungs-, Verarbeitungs- und Empfindungsvermögens.

In erster Linie ist es das, was man in den inneren Wissenschaften Tierseele, Menschseele, Gottseele nennen kann: also

  1. das Körperwesen, der ‚wilde Mensch in uns‘,
  2. das Seelenwesen = unser ‚bewusstes Ich‘,
  3. das göttliche Geist- oder Lichtwesen in uns (das in den meisten Menschen noch schläft).

Diese drei ‚Seelen‘ stehen jedoch unter Einfluss weiterer ‚Unterseelen‘ (aus Familien- und Gruppenfeldern, karmischen Feldern, Besetzungen aller Art), die sich gleichfalls unseres Seelenapparates (und Körpers) bedienen wollen.

Aus unseren Augen schauen also oft oder stets mehrere ‚Seelen‘ gleichzeitig, und die emotionalen Quittierungen sind an unterschiedlichen Orten zu finden: im Brustraum, im Bauch- / Beckenraum, im Kopfraum, aber auch in der ‚Aura‘ oder bestimmten Körpergliedern, wenn die entsprechenden Gefühlsladungen aus ihrem Stammsitz verdrängt / woanders abgelagert sind…

Bei der Befriedigung unserer körperlichen Bedürfnisse wird unser System vom Körperwesen benutzt;

bei der Befriedigung unserer seelischen Bedürfnisse wird unser System vom Seelenwesen benutzt (muss zum Beispiel still sitzen vor Computer, Fernsehen, bei Gesprächen, Events oder ‚unnatürliche‘ Haltungen und Bewegungen bei der Arbeit pflegen etc.);

bei der Befriedigung unserer spirituellen Bedürfnisse kann unser System wiederum von anderen Seelenspakten benutzt werden (zum Beispiel in bestimmten Mudras = Körperhaltungen und –bewegungen bei Gebet, Meditation, Yoga etc.).

Wenn die sogenannte klinische Psychologie die Gefühle ausschließlich im Gehirn sucht, verkennt sie, dass sie dort lediglich physisch ‚widergespiegelt‘ sind; ich kann hier Gefühls-Wahrnehmung unterdrücken, ich kann sie aber auch stimulieren, weil Gefühle in uns in Wirklichkeit permanent vorhanden sind:

als ‚Bewusstseinsräume‘, Erlebensräume, Empfindungsräume o.Ä. in dem, was man das „Haus der Seele“ nennen kann.

Wenn nun Gefühle außerhalb des Brust-Bewusstseinszentrums, des (unsichtbaren) ‚Herzens‘ gefühlt werden, so kann das bedeuten, dass mein ‚Herz‘ besetzt ist, das heißt blockiert durch welche inneren Spannungen und Spaltungen auch immer ( = Brustraum fühlt sich zusammengepresst, eingeengt, bedrückt etc. an und / oder leer, unerfüllt), und die Gefühle sind aus ihrem Stammsitz hinausgedrängt;

oder es handelt sich um die Gefühle des ‚wilden Menschen‘ (inneres Kind‘) oder einer ‚Unterseele‘ in mir, die ich im Becken- / Bauchzentrum spüre oder woanders, wohin sie durch Selbstunterdrückung verschoben werden oder sich in Not geflüchtet haben…

Aber das eigentliche Zentrum, Haus und Heimat meiner Seele als ‚Gemütsleben‘ o.ä. ist der Brustraum, und wenn ein klinischer Psychologe mir sagen würde, der Sitz der Gefühle sei das Hirn und er habe nie Gefühle im Brustraum gespürt wie Traurigkeit, Mitleid, Liebe, Erbarmen, Zorn, Sehnsucht, Freude, Dankbarkeit, Bewegtheit, Berührtheit, Erschütterung, Angst, Verzweiflung oder Ähnliches:

dann würde mir das Angst machen (um seine Seele).

In den inneren Wissenschaften ist bekannt, dass die Wohnung des wilden Menschen in mir, auch inneres Kind, Mondenwesen o.ä. genannt (leider oft sehr traumatisiert), unser Leber-Milz-System ist, aus dem er / sie sich ‚feinstofflich‘ wie eine Wolke entrollen und seine wahre Gestalt annehmen kann, die in etwa an ein Steinzeit- oder ‚Affen‘-Alien erinnert.

Und während unsere Mensch-Seele immer so aussieht wie die jeweilige Persönlichkeit, deren sie sich in der jeweiligen Inkarnation bedient, hat das göttliche Licht-Wesen in uns, wenn es ‚gezeugt, geboren, geweckt und erwachsen‘ geworden ist, eine immergleiche strahlende Lichtgestalt, unirdisch groß, gebaut aus der festesten, stabilsten Materie, die im Universum existiert:

nämlich der Materie aus dem Ursprungsuniversum, der Supra-Dimension des absoluten Lichts, die die Eigenschaften idealer Materie in sich vereinigt – ideale Flexibilität und Gestaltbarkeit, ideale Haltbarkeit, ideale Qualitäten, Eigenschaften und Fähigkeiten…

Der Ort jenes Samenkorns des Lichts, Juwel, Perle oder wie immer man es genannt hat und nennen kann, aus dem diese göttliche Lichtwesenheit in uns zur ‚Wiedergeburt aus Wasser und Geist‘ gelangt, christlich gesprochen, ist die rechte Spitze des Herzens; anders gesagt: sie bildet den mathematischen Mittelpunkt des kugelförmigen Kraftfeldes von ca. 5-6 Metern Durchmesser, in das unser Körper eingebettet / aufgenommen ist wie das Fleisch in die Muschel.

Das Göttliche in uns ist kein Bewusstseinszustand, sondern ein Seinszustand: ein Wesen!

 

 

Unsere Gefühle als Türöffner zum Göttlichen

 

Seit je laufen Gefühle und andere Seelentätigkeiten Gefahr, von ‚Weisen‘ verachtet zu werden.

Gefühle der Erfüllung haben dabei einen besseren Stand, wie Erschütterung, Berührtsein, Erbarmen, Liebe, Frieden, Annehmen, Jubel, Triumph, Hingabe, Seligkeit, Sich-Verströmen etc.

Aber Gefühle des Leidens wie Schmerz, Angst, Entsetzen, Zorn, Verzweiflung, Traurigkeit, Bitterkeit etc. gelten als sehr ‚politisch unkorrekt‘.

Und Gefühle des Strebens wie Wunsch, Sehnsucht, Wille und Begehren sollen tunlichst überwunden werden, weil sie uns binden.

Wir verstehen die ‚Weisen‘: sie wollen nur ihre Ruhe; in der Zen-Meditation zum Beispiel gelten solche Regungen eher als Makyos / Dämonen, die wir aus uns hinaustreiben. Da stören auch die ‚positiven‘ Gefühle wie Liebe, Erbarmen, Berührtsein, Erschüttertsein etc., weil sie uns ins Menschliche hineinziehen…

Auf der anderen Seite heißt es: „Leid ist das schnellste Ross, das uns gen Himmel trägt“ (Meister Eckehart), und „In der Not lernt der Mensch beten“ (Volksmund).

„Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerknirschter Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen“(Psalm 51).

Und im christlichen Bereich wird der Seelenraum des „Begehrens“ als „Heilsbegehren“ mit all seiner Leidenschaftlichkeit zu dem entscheidenden Motor seelischer Dynamik auf dem Weg der Geist- oder Lichtwerdung des Menschen.

In Wirklichkeit ist es so, dass uns Menschen, besonders in moderner Zeit, das Fühlen bereits in frühester Kindheit gründlich ausgetrieben wird mit dem Effekt, dass wir keine Instrumente haben für seelische Entwicklung.

Die österreichische Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach sagt: „Nicht, was wir erleben, macht unser Schicksal aus, sondern wie wir empfinden, was wir erleben“. Wenn wir keine seelischen Instrumente mehr haben, unsere Lebenserfahrungen zu verarbeiten, aus ihnen zu lernen und uns seelisch zu entwickeln, werden wir seelisch tot statt lebendig.

Und genau das liegt im Interesse der Mächte der Finsternis: sie wollen nicht, dass wir uns seelisch entwickeln, dass wir die wahren Gefühle des Seins fühlen, das nach Buddha aus Leiden besteht. Dazu generieren und benutzen sie von Kindheit an unsere seelischen Blockaden und Besetzungen.

Ihr Ziel ist es, die Menschen von ihrem inneren Licht abzuschneiden und an das Rad von Karma und Reinkarnation zu binden, damit ihre Weidegründe nicht reduziert werden.

Und psychologisch werden wir dievon uns so heiß ersehnten ‚positiven‘ Gefühle nie verwirklichen können, wenn wir gleichzeitig die wahren, wirklichen, berechtigten, ja notwendigen ’negativen‘ Gefühle in uns unterdrücken, wie man in der Bewegung der ‚emotionalen Intelligenz‘ unserer Zeit weiß.

Es ist jedoch so, dass unser inneres Göttliches, unser Lichtwesen, nur erweckt werden kann, wenn wir uns im Leben totgelaufen haben mit unserer horizontalen Ausrichtung. Es ist vergleichbar einem Goldklumpen in einem Geröllhaufen, der nur durch Erschütterung sichtbar gemacht werden kann; oder einem Lichtstausee hinter einer großen Mauer, die nur durch Erschütterung durchlässig werden kann.

Dabei ist es so, dass viele Menschen, die sich nach Erschütterung sehnen (dazu schauen sie Filme, lesen Romane etc.), aufgrund ihrer Blockaden und Besetzungen oft gar nicht mehr die Möglichkeiten haben, dass Erschütterung geschehen kann – und damit seelische Dynamik zur Entwicklung und Veränderung.

 

 

Hat Gott einen Emotionalkörper?

 

Aber Gefühle als solche sind, wie man in den inneren Wissenschaften weiß, in sich selber bereits etwas ‚Göttliches‘ oder ‚Numinoses‘:

Sie sind Strahlen oder Ableger von übergeordneten, gleichsam globalen ‚Seelenräumen des Seins‘, der Naturkräfte, ‚Engel‘, ‚Devas‘ o.ä.

Das spürt Friedrich von Schiller, wenn er dichtet: „Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium“ (dem Götterhimmel).

Aber auch die Angst hat ihren Gott oder ihre Göttin / Dämon oder Dämonin, der Zorn, die Traurigkeit, die Liebe, der Frieden, die Gier etc.

Gefühle sind Wegweiser. Sie zeigen mir, wo ich stehe. Wenn ich sie aus Feinden zu Freunden mache, werde ich erst Souverän im ‚Haus meiner Seele‘.

So wie Farben und Materialien in der bildenden Kunst unendlich sich entwickelt und tausendfach differenziert haben, so auch die Gefühlsräume des Hauses der menschlichen Seele durch die Bewusstseinstätigkeiten der Jahrtausende hindurch, besonders der letzten Jahrhunderte im Westen.

Das spiegelt sich in Kunst und Literatur, Musik, Film, allen modernen Medien wider.

Die differenzierten Gefühlsempfindungen, die wir heute gegenüber unserer Kindheit, gegenüber ‚einfachen Menschen‘ (oft sind sie auch nur blockiert) oder auch Tieren spüren (auch gegenüber unserem ‚inneren Kind‘), stammen alle aus differenzierter Bewusstseins- oder Seelentätigkeit (Intelligenz, Beobachtung, Reflexion etc.).

Hilft uns nun ein Gefühlsreichtum wie bei einem Goethe oder Beethoven, dem Göttlichen in uns näher zu kommen, oder streben wir eher Gefühlsarmut an?

Hat ‚Gott‘ unseren Emotionalkörper, unser Gefühlsleben, erschaffen, verfügt er / sie selber über ‚Emotionen‘ (wir lesen von Gottes Zorn und Empörung, von Gottes Liebe und Erbarmen, von seiner / ihrer Traurigkeit etc.)?!?

Nun, die Erschaffungstätigkeit ‚Gottes‘ ist eher einem Geschehen zu vergleichen als einer ‚Absicht‘. Wenn Georg W. F. Hegel, in gewissem Sinn der größte Philosoph der Geschichte, sagt, dass das Göttliche sich selber erkennt durch den menschlichen Geist (‚Mentalkörper‘), dann könnte man auch mutmaßen, dass ‚das Göttliche‘ seinen Geschöpfen einen Emotionalkörper (Gefühlsleben) mitgegeben hat, um sich selber fühlen zu können!?!

Je nachdem, wie wir das Göttliche definieren: wenn ‚Gott‘ alles ist, dann ist er / sie auch unser Emotionalkörper, es besteht also kein Unterschied zwischen uns und ‚ihm / ihr‘.

Wenn das göttliche Bewusstsein in uns alles das wahrnimmt (fühlt), was wir selber auch wahrnehmen / fühlen, dann braucht ‚Gott‘ kein eigenes ‚Gefühlsleben‘, sondern der Emotionalkörper der Gesamtnatur wäre das.

Was aber / also haben Gefühle mit dem Göttlichen zu tun?!?

Ist zum Beispiel die Liebe (auch in ihrer Erscheinungsform des Erbarmens) als das ‚höchste der Gefühle‘ identisch mit dem göttlichen Sein? Oder führt das göttliche Sein noch über die ‚Liebe‘ hinaus?!?

 

 

Vom Ring der Liebe zum Ring des Lichts

 

Hermes Trismegistos, der Sagenhafte, soll gesagt haben: „Gott ist nicht die Seele, sondern die Ursache, dass die Seele ist; nicht Geist, sondern die Ursache, dass Geist ist; nicht Licht, sondern die Ursache, dass Licht ist“ (sechstes Buch).

So könnten wir fortsetzen: „Gott ist nicht Liebe, sondern die Ursache, dass Liebe ist; nicht Leben, sondern die Ursache, dass Leben ist“ etc.

Lieber Leser, unzählige Menschen meinen, Liebe habe etwas mit Handeln zu tun, Handeln für andere, Dienst am Nächsten und so weiter.

Wer aber jemals die wahre Liebe in seinem Herzen gespürt hat, weiß um ihr Geheimnis: dass es sich hier um eine Fülle des Fühlens im unsichtbaren Herzen, im Brustraum-Zentrum handelt, die erwächst aus all den anderen Gefühlsräumen im Haus unserer Seele, wenn sie frei fließen dürfen; eine Konglomeration von Emotionalfluidum, sozusagen, die sich selber genügt, die uns mit allem und jedem verbindet, ohne eine Verbindungslinie zu ziehen: ohne zu handeln.

Je mehr Liebe, umso weniger Handeln (das gilt auch zum Beispiel in der Sexualität).

Liebe ist ein Seelenzustand, der als ‚das höchste der Gefühle‘ erlebt wird und oft mit ‚Gott‘ gleichgesetzt – denn was könnte es Höheres an Fühlen geben?!?

Liebe ist jedoch nicht der innerste Ring des Herzens; innerhalb der Liebe gibt es noch etwas, das nur erwacht, wenn die Seele innehält und ihr Heil nicht mehr in Weltlichem findet, sich also vertikal zu orientieren beginnt, nicht mehr horizontal.

Liebe kann ein Türöffner zum wahren Höchsten sein, sie kann aber auch das höchste Hindernis, die größte Behinderung des Lichts in uns sein, wenn und weil sie so satt macht…

Licht ohne Liebe – wollen wir nicht, fühlt sich nicht vollständig, nicht rund an.

Liebe ohne Lichtwerdung – kann nicht genügen, wenn die Disposition in uns erwacht ist, das wahre göttliche Lichtwesen in uns freizusetzen und zum führenden Prinzip in uns zu machen.

Liebe vergoldet das Sein. Aber das Licht vergoldet die Liebe.

11
September
2013

„Wage zu wissen – wage zu fühlen“: Der Weg der Gefühle (Artikel erschienen in „Tattva Viveka“)

http://www.tattva.de/der-weg-der-gefuehle/

 

"Wage zu wissen", ist der Leitspruch alter (und neuer) Philosophen. "Wage zu fühlen" ist eine Leitidee moderner Psychologie – dazu das Stichwort von 'emotionaler Intelligenz'.

Wir sollen 'zurück ins Herz' finden, um den Gegensatz zwischen Haupt und Herz zu versöhnen, der den modernen Menschen so krank macht.

Ist 'Herz' mehr als eine Metapher für 'Gefühlsleben'?

Steht das 'Herz' wirklich höher als der 'Kopf' – die Liebe höher als das Wissen oder die 'Weisheit'?!?

So einfach ist es leider nicht.

Die Frage ist nicht nur, ob es einen Gegensatz zwischen Denken und Fühlen gibt, sondern ob man überhaupt einen Unterschied zwischen beiden machen kann;

denn einerseits findet die moderne 'klinische Psychologie' die Gefühle angeblich im Kopf, im Gehirn, andererseits ist die Rede vom 'Herzdenken' – Intelligenz des Herzens' – uralt!

Kann das 'Herz' denken oder 'wissen', oder ist das nur eine poetische Metapher für 'Intuition' oder ähnlich?

In der Geschichte der westlichen oder östlichen Philosophie wird interessanterweise zwischen Denken und Fühlen ein so großer Unterschied nicht gemacht.

Wenn in der Zen-Philosophie die Rede von 'Makyos' ist, die man überwinden soll durch Meditation, dann sind damit alle Bewusstseinsinhalte gemeint, deren es genau genommen drei oder vier gibt: Denken (in Begriffen oder in Bildern), Fühlen (im Sinne von Gefühlen-Emotionen) und 'Impulsen-Energien'.

Und wenn René Descartes (Cartesisus) im 17. Jahrhundert sagt: "Ich denke, also bin ich", denkt er in Wirklichkeit auch das 'Fühlen', die Gefühle, das Gewahrsein, Merken, 'Mitkriegen' von etwas natürlich mit: "Ich fühle (mich), also bin ich"!

Warum rümpft man traditionell so gern die Nase bei 'Emotionen', warum sollen sie traditionell bekämpft und durch die 'Vernunft' besiegt werden, schon in der Kindererziehung, um die 'Menschwerdung des Tieres' voranzutreiben –

und warum bekommen heute schon Politiker und Wirtschaftsmanager Kurse in 'Emotionaler Intelligenz': Wie lerne ich, Gefühle auszudrücken, um erfolgreicher zu sein?!?

Statt zu sagen: "Ich lasse mich nicht von Ihnen über den Tisch ziehen", zu sagen: "Das macht mich aber sehr traurig, was Sie mir da vorschlagen."

Und warum sind heute auch 'Neobuddhisten', 'Philosophen', Anhänger orientalischer spiritueller Praktiken und christliche Asketen, die die Überwindung aller Gefühle als 'Ego' fordern, immer mehr in der Defensive?

Was hat es letzten Endes mit 'Gefühlen' auf sich:

lästiges, überflüssiges, zu überwindendes belastendes Beiwerk des Lebens auf dem Weg zur inneren Freiheit, Coolheit und Gelassenheit –

oder Schlüssel zu einem empfindungs- und liebevolleren Umgang mit sich selbst und anderen?

Der Gegensatz zwischen 'Kopf' und 'Herz' wird in der Geistesgeschichte der Menschheit seit je 'bearbeitet'. Aber heute sagt man auch gerne: "Ich handle aus dem Bauch heraus".

 

Kopf – Herz – Bauch: die drei Bewusstseinszentren im Menschen

 

Heute weiß man, dass das Nervengeflecht um den Bauch die Dimensionen eines Zweit- oder gar Ersthirns hat!.

Wenn Odysseus auf seinen Irrfahrten nicht mehr weiter wusste, befragte er sein 'Zwerchfell', den Sitz des Bauchbewusstseins.

Altgriechisch heißt Zwerchfell "Phrên"; "schizein" heißt schneiden, spalten, und schizophren nennen wir heute eine Bewusstseinsspaltung!

Über die 'Kopfigkeit' des modernen Menschen wurde und wird viel geschimpft. Aber die Alternative, die viele suchen, liegt nicht im 'Herzen' oder im 'Becken', sondern in dem Entsteigen aus sämtlichen Bewusstseinsinhalten:

Frei sein nicht nur von Gedanken, sondern auch von Gefühlen, Wünschen, Bedürfnissen, Impulsen etc.

Im Grunde ist das eine Fortsetzung der frühkindlichen Tendenz, Gefühlen auszuweichen, Gefühle und Bedürfnisse zu verdrängen, zu unterdrücken, unter dem Einfluss der 'Glaubenssätze' von Eltern und Pädagogen.

  • Entsetzen, Fassungslosigkeit;
  • Angst;
  • Zorn, Empörung, Wut, Hass;
  • Schmerz;
  • Verzweiflung;
  • Traurigkeit;
  • Gram, Bitterkeit…

… das sind alles Gefühle, die Kinder schon ganz früh fühlen und die einfach nur wahr und berechtigt sind.

Was daran soll schlecht sein oder weggemacht werden müssen, und warum?!?

Bedeutet die heiß ersehnte innere Freiheit wirklich, keine Gefühle und Bedürfnisse mehr zu spüren – schon kleine Kinder spüren das instinktiv und versuchen sich danach zu richten ( = Menschen sind geborene 'Buddhisten')?!?

Keine Gefühle und Bedürfnisse mehr! Keine Sehnsucht, kein Wunsch – "geht sowieso nicht in Erfüllung"…

Was ist schlecht an Gefühlen und Bedürfnissen?

Und was ist der Unterschied zwischen Haupt-, Herz- und Beckenbewusstsein?!?

In Wirklichkeit sind 'Gefühle und Bedürfnisse', besonders große Gefühle, die Goethe mit "Himmelsglut" verbindet, viel näher am Herzen als noch so 'große Gedanken':

"Gefühl ist alles; / Name (Begriffe / Gedanken) ist Schall und Rauch, / Umnebelnd Himmelsglut".

Wollen wir Gefühlsarmut, 'seelische Blutleere', oder Gefühlsreichtum, ein reich(haltig)es, lebendiges Gefühlsleben?!?

Seelenfülle oder Seelenleere?!?

Kann man

  • Erfüllung-Glück(seligkeit) spüren;
  • Erschütterung-Berührtsein;
  • Empathie-Liebe;
  • Mitleid-Erbarmen;
  • emotionale Sattheit, Beruhigung-Befriedung;
  • Dankbarkeit;
  • Angekommensein-Einssein;
  • Annehmen-Weisheit;
  • Freude-Jubel;
  • Triumph etc. –

ohne die anderen Gefühle fühlen zu können?!?

Welches von den genannten 'negativen' oder 'positiven' Gefühlen würden Sie jetzt gerne am liebsten spüren?

Wir haben allen Anlass,

  • fassungslos und entsetzt zu sein;
  • Angst zu haben;
  • seelischen Schmerz zu spüren;
  • tiefe, lösende Traurigkeit;
  • wahren, berechtigten, 'heiligen' Zorn, Empörung etc.;
  • Verzweiflung, Gram und Bitterkeit;
  • Erfüllung-Glück(seligkeit);
  • Empathie-Liebe;
  • Mitleid-Erbarmen;
  • Beruhigung-Befriedung;
  • Dankbarkeit;
  • Angekommensein-Einssein;
  • Freude-Jubel;
  • Triumph etc. –

wenn nicht um unseretwillen, so doch um des Seins von Welt und Menschheit willen….

Welches dieser Gefühle hilft Ihnen im Moment am besten weiter?!?

Ganz ehrlich? Welches Gefühl von den oben genannten würde Ihnen im Moment am meisten bringen?

 

Gibt es schon eine wissenschaftliche Psychologie der Emotion?

 

Verehrter Leser, die sogenannte wissenschaftliche Psychologie behauptet allen Ernstes, der Sitz der Gefühle sei das Gehirn – und alle fallen darauf herein.

Im Gehirn sind die körperlichen Wirkungen von Seelenzuständen messbar, aber nicht die Seelenzustände selbst.

Seelenzustände selbst verändern unter anderem das Gehirn, wie man heute weiß.

Wenn ich dieses Körperliche durch Reize, 'Botenstoffe', Drogen etc. verändere, wirke ich damit auf das Seelische zurück.

Das heißt aber nicht, dass die Gefühle im Kopf sind.

Verehrter Leser, erlauben Sie sich für einen Moment, zu Ihrem Brustraum hinzuspüren.

Fühlt Ihr Brustkorb sich im Moment eher geweitet an oder eingeengt?

Eher geleert-ausgetrocknet oder gefüllt-voll?

Genau:

Wir fühlen unsere Gefühle im Brustraum, wenn er nicht besetzt-blockiert ist aufgrund unserer inneren Reaktionsmechanismen von Kindesbeinen an –

und die Gefühle verdrängt-verlagert wurden in den Körper, in den Kopfbereich, in unser Energiesystem ('Aura')…

Und das Spannendste ist:

so, wie Gedanken Gefühle hervorrufen können, so tragen / bergen Gefühle immer Gedanken in sich;

sie sind die Quelle der wahren Intuition.

Es ist nicht nötig, 'in den Kopf zu gehen', um Probleme zu lösen / 'Themen' zu bearbeiten:

Mit Leichtigkeit lässt es sich erlernen, aus dem Brustraum heraus wahrzunehmen, zu hören, zu sehen, zu lauschen, zu denken –

richtig:

der Brustraum ist die Stelle nicht nur des körperlichen Herzens, sondern auch des seelischen Herzens des Menschen (dieses seelische Herz hat sieben Schichten oder Dimensionen, und die äußerste Schicht ist das Fühlen-Können…).

Deswegen sage ich: "Probleme lassen sich nicht durch Nachdenken lösen, sondern nur durch Hinfühlen."

 

Ohne Philosophie keine Psychologie

 

Das Geheimnis der Gefühle besteht darin:

Sie sind die Antwort auf die Frage des 'Geistes' oder der 'Seele': "Was soll ich zu dem fühlen, was mir begegnet?!?"

Damit ich meine Bewertung meiner Erlebnissse auch spüren kann.

Philosophisch gesehen, hat sich das 'Sein' ('Gott') aus diesem Grund die Gefühle erschaffen – wir wissen, wie problematisch und gefährlich es ist, wenn ein Körper schmerzunempfindlich ist, und genauso, wenn die 'Seele' – unser 'Innenleben' – keine Gefühle mehr fühlen würde (was ja bei vielen auch mehr oder weniger der Fall ist).

Unzählige Krankheiten sind die Folge, wie man heute weiß, wo man nicht weiß, was schon oder noch 'psychosomatisch' ist oder was nicht.

Und wenn das 'Sein' oder 'Gott' etwas erschafft, dann ist es immer nichts Nichtiges, sondern etwas Wichtiges, ein 'Seins- oder Gotteskind', eine Wesenheit.

Deswegen sind alle Gefühle Wesenheiten, Götter oder Dämonen, je nachdem: Gottheit der Liebe, Gottheit des Zorns, Gottheit der Angst, sie bestehen aus einem bestimmten Stoff, aus bestimmten Energien, und man kann mit ihnen 'arbeiten'.

Nun ist allerdings zu unterscheiden zwischen 'echten', 'wahren' Gefühlen einerseits und 'unechten', 'unwahren', 'Film'- oder Gedanken-Gefühlen andererseits; Oberflächengefühlen einerseits und Tiefen- oder Grundgefühlen andererseits, Primär-Gefühlen einerseits und Sekundär- (Tertiär-, Quartär- etc.) Gefühlen andererseits:

  • Von 'Gut-Drauf-Sein', 'Euphorie' und Ähnlichem bis zu tiefer Freude, Erschütterung, Seligkeit…
  • Von Projektionsgefühlen wie 'Verliebtheit' bis zu tiefer, erschütternder Liebe und Begehren.
  • Von Unzufriedenheit, Nörgelsinn, 'Negativität' zu tiefer Verzweiflung, tiefem Schmerz, tief lösender Traurigkeit etc.
  • Von Ärger, 'Frust', Missmut, Unmut bis zur Verzweiflung, Zorn, Empörung, Verbitterung, Hass…
  • Von Affiziertsein, Berührtheit, 'Bewegtheit' bis zur Erschüttertheit…
  • Von Gönnerhaftigkeit, Jovialität, Wohlwollen, 'Nettigkeit' zu Überfließen von selbsterschütternder tiefer Liebe…
  • Von Entspannung und Gelassenheit zu tief erschütterndem Loslassen, Annehmen, Akzeptieren, Hingeben…
  • Von Dienstleistung über Hingabe bis zum Opfer, Sich-Verschenken (als inneren Gefühlen, nicht als Tätigkeiten)…
  • Von Affektiertheit, Theatralität, Exaltiertheit, Übertriebenheit, Überschwänglichkeit, 'Enthusiasmus' zu echter, bewegter und tiefer Lebendigkeit und Leidenschaftlichkeit…

Woran erkennt man den Unterschied?

Machen Sie den 'Test':

Stellen Sie bei jedem Gefühl, das Sie erleben, die Frage:

"Wie geht es mir damit, welches Gefühl habe ich dazu, dieses Gefühl zu fühlen – eher ein angenehmes oder ein unangenehmes?"

"Stärker oder schwächer?"

Und Sie gelangen immer mehr von 'unechten' Gefühlen zu 'echten' Gefühlen, von 'Oberflächengefühlen' zu Tiefen- oder Grundgefühlen, von Sekundärgefühlen zu Primärgefühlen.

Und wozu das alles?

Weil

  • 'wahre' Gefühle nicht zehrend, sondern nährend sind: sie erzeugen Emotionalfluidum und laden den Brustraum auf, und
  • diese 'wahren' Gefühle alle Antworten auf alle Fragen mit sich transportieren, die wir uns stellen können; denn sie sind vollgeladen mit Wissen, mit Mentalkraft, mit Intelligenz – 'emotionaler oder Herzens-Intelligenz'…

So gibt es keinen Grund, jemals wieder 'kopfig' zu sein oder 'in den Kopf zu gehen', um Antworten zu finden oder Probleme zu lösen;

ein Mensch, der sein Gefühlsleben geheilt und befreit hat, hat fortan den Bewusstseinsschwerpunkt im Brustraum, von dem aus er denkt, hört, fühlt, sieht etc.

 

"Das höchste der Gefühle"…

 

Was ist "das höchste der Gefühle", wie man gern formuliert?!?

Es gibt tatsächlich Versuche in der Geistesgeschichte, eine 'Hierarchie der Gefühle' aufzustellen: welche Gefühle sind gut, die besten, stehen ganz 'oben', welche sind schlecht, stehen ganz 'unten'?

Herausgekommen ist zum Beispiel: 'Traurigkeit' sei etwas Minderwertiges, zeuge von einem niedrigstehenden Bewusstseinszustand, der höchste Bewusstseinszustand sei 'heitere Gelassenheit des Seins' ('Scientology')…

In Wirklichkeit ist aber zum Beispiel 'heitere Gelassenheit des Seins' ein nicht-brustfüllendes Oberflächen- oder Sekundärgefühl;

Wollen Sie lieber 'heitere Gelassenheit des Seins' spüren oder tiefe Liebe, Freude, Seligkeit, Erschütterung, Bewegtheit, Erfüllung, Anteilnahme etc.?!?

Man vergleiche einmal die vielen Beschreibungen des Gemütszustandes von Jesus in der Bibel, der alle Facetten umfasst!

Hier ist die Falle, hier sitzt der Dämon der Spiritualität, ich habe ihn Frigor genannt.

Auf früheren seelischen Evolutionsstufen war die Askese, die Selbstunterdrückung, das Negieren der Gefühle und Bedürfnisse anscheinend nötig, um höhere Seelenqualität des Menschen zu generieren.

Aber das Gesetz unserer Zeit ist das 'Ganzheitliche', 'Tantrische', eine höhere, aber auch schwierigere Stufe als die asketische.

Das werden wir feststellen, sobald wir das dritte Bewusstseinszentrum des Menschen einbeziehen: 'Bauch' oder 'Becken'.

Während der Brustraum, das 'Herz', der Sitz der menschlichen Seele als des Reiters ist in diesem System, ist das Becken die Domäne des 'wilden Menschen in uns' als des Reitpferdes.

Hat das Pferd es verdient, schlecht behandelt und an der Kandare gezerrt zu werden?

Der 'wilde Mensch in uns', von Kindesbeinen an in uns unterdrückt, weggeschoben, 'politisch unkorrekt', bis dahin, dass wie gesetzmäßig in uns der Wille gebrochen wird –

wodurch wir nur noch ein Second-Hand-Leben führen mit einem flüchtigen, substanz- und kraftlosen Kunst-Ich oder Oberflächenselbst, wie ich es nenne.

Wir haben keine Basis mehr, von wo aus wir handeln können, und werden dadurch zum Spielball von Energien, die uns zu wandelnden Gespenstern machen (siehe auch das moderne 'ADHS'-Kind)…

  • Und dann werden noch diese Energien verwechselt mit 'Wildheit';
  • Hippeligkeit und Zappeligkeit mit Lebendigkeit;
  • Abgezogensein und Unwachheit mit kreativ und fantasievoll etc. oder gar noch ideologisch erhöht im 'Indigokind'.

Lieben Sie den 'wilden Menschen in sich' oder hassen sie ihn?

Verachten, verabscheuen, unterdrücken, bekämpfen Sie Ihren Zornesraum, ihre Sexualität etc.?!?

Wir können fühlen, welche Angst wir haben, unsere Wildheit zuzulassen, unseren Schmerz zuzulassen, unseren allzu oft berechtigten Zorn zuzulassen, unser Entsetzen über uns und die Welt zuzulassen, unsere Angst, unsere Trauer, unsere Bitterkeit…

und uns lieber von allen 'Gutmenschen' und 'Weltverbesserern' erzählen lassen, der 'Kaiser' – der Geist dieser Welt – habe 'Kleider an' (siehe Andersens Märchen von 'des Kaisers neue Kleider'), es sei alles so gut, so wunderbar, so perfekt, so göttlich…

'Aus dem Kopf, aus dem Herzen oder aus dem Bauch' – kann es ein geheiltes und befreites Leben geben außerhalb von 'Ganzheitlichkeit'?

Was ist das Ziel? Der blutleere weltenthobene 'Selige' oder der 'Vollblutmensch', der sein ganzes Potenzial geheilt und befreit hat und es in den Dienst seiner und anderer Seelenentwicklung stellt?

 

Verbindung von Emotionalkraft mit Lebenskraft

 

Viele Menschen haben ein wirklich 'großes Herz', sind aber manchmal sehr passiv, 'duldsam' oder schon fast 'langweilig'… Und trotzdem machen sie oft den Eindruck unerlöst und getrieben zu sein…

Warum?

Weil sie noch ganz in der Unterdrückung des 'wilden Menschen in sich' befangen sind, die uns in der Kindheit aufgedrückt wird:

  • Wir sollen lieb sein, nicht zornig.
  • Wir sollen still sein, nicht laut.
  • Wir sollen uns zurücknehmen, nicht dominieren.
  • Wir sollen uns zusammenziehen, nicht uns ausdehnen.
  • Wir sollen uns einfügen, nicht 'aus der Reihe tanzen'.

Daraus resultiert eine Grundanspannung, eine 'Grundspannung und Grundspaltung', wie ich sage, die bis zum Lebensende bleibt und für extrem viele innere und äußere Krankheiten sorgt, wenn wir nichts unternehmen.

Es ist so: Wenn wir den 'wilden Menschen in uns' auf eine falsche Weise 'ruhig stellen', werden wir bei allem, was wir tun, seine Mithilfe verlieren…

Dieser 'wilde Mensch' ist aber der Hüter unserer Lebenskraft – im Gegensatz zu bloß körperlicher Kraft. Das ist nämlich die Basis dafür, dass wir in uns selbst und im Außen frei und losgelöst sein können.

Den 'wilden Menschen in sich' wieder lieben lernen, in Dankbarkeit und Bewunderung, bedeutet aber auch die eigene Sexualität als den Ausdruck der größten Naturkraft, über die wir verfügen, zu lieben, zu heilen und zu befreien.

Wenn unsere entwickelte Emotionalkraft aus dem ersten Schritt sich mit der befreiten Lebenskraft in uns verbindet, dann erst haben wir die optimale Basis für die Entwicklung auf allen Ebenen: körperlich, seelisch und geistig –

es ist vielfältig bekannt, dass 'sexuell aktivere' Menschen oft sehr viel mehr 'Herz' haben als Menschen, die angespannt, verkrampft, selbstunterdrückerisch sind.

Das heißt: heute weiß man, dass der 'wilde Mensch in uns' nicht im Gegensatz steht zu höheren Seelenqualitäten und –Eigenschaften, im Gegenteil!

Gefühlvoll und leidenschaftlich, lebendig und 'energetisiert' im Umgang mit sich selbst und dem Leben sein, in all seinen Aspekten bis hin zum Spirituellen – das nenne ich den "Weg des Vollblutmenschen: über die Gefühle zum Sein"!

 

 

Der Weg der "Gefühle"

 

In der orientalischen Philosophie oder Spiritualität unterscheidet man gerne zwischen den Wegen des Hauptes ('Jnana Yoga' = der Weg des Wissens, der 'Philosophen'), des Herzens ('Bhakti Yoga' = der Weg der Liebe, der liebenden Hingabe des 'Mystikers' an Gott oder das Sein) und des Beckens ('Karma Yoga' = der Weg des Tuns / Handelns / tatkräftigen Schaffens des 'Heiligen' im Dienst des Seins).

Die Theosophie hat daraus das Ideal des 'Raja Yoga' (Königsyoga) entwickelt, das alle drei Wege zusammenfasst.

Man könnte denken, innerliche Freiheit, über den Dingen stehen etc. vertrage sich nicht damit, sich auf Gefühle einzulassen.

Es ist aber ein Unterschied, ob ich frei von Gefühlen bin oder frei in Gefühlen.

Das hat mit dem Wesen der Gefühle zu tun, die ja nur verschiedene Räume im 'Haus der Seele' bilden.

Es geht nicht darum, das 'Haus der Seele' verarmen zu lassen, künstlich zu verkleinern wie eine Magenverengung, um nicht mehr viel fühlen zu müssen, sondern darum, dass diese Gefühle nichts anderes sind als Hilfsmittel, zu höheren Gefühlen und Bewusstseinszuständen aufzusteigen.

Dazu müsste aber das saloppe Reden über Gefühle, wo jeder zu wissen glaubt, was mit den verschiedenen Namen für Gefühle gemeint ist, verwandelt werden in eine wissenschaftliche Theorie und Praxis der Emotion.

 

Revolutionäre Selbstbefreiung – für eine wissenschaftliche Theorie und Praxis des Bewusstseins

 

Auf meiner Suche nach Freiheit, Wahrheit und Richtigkeit bin ich 1994 auf ein merkwürdiges Phänomen gestoßen.

Wieder einmal war der Punkt gekommen, wo alles zusammenbrach und ich nicht mehr wusste, was richtig und falsch war. Alles wurde mir egal und ich überließ alles seinem Schicksal, mischte mich nicht mehr ein und versuchte nicht mehr verzweifelt, alle Brüche im Innen und Außen zu kitten und zu heilen.

Wo sollte es "langgehen"?

Dadurch, dass ich plötzlich alles zuließ, das Fühlen aller Gefühle, die in mir hochkamen, ohne sie zu filtern und zu bewerten, konnte ich mich tief fallen lassen in das Untergeschoss des Hauses meiner Seele, zum ersten Mal wirklich entspannen und dann erlebte erstaunt, dass sich trotzdem oder jetzt erst alles gut und richtig anfühlte.

Ich erkannte, dass wir in unserer Kindheit unter dem Einfluss von Unwissen und Hilflosigkeit ein vollkommen überflüssiges künstliches Ich aufgebaut haben – ich nannte es später das Oberflächenselbst -, das uns leiten soll im Leben und doch zu einem Gespenst wird, das wirkliches Leben verhindert.

Ich erkannte die Lebensqualität, die darin liegt, seine echten und wahren tiefen Gefühle und körperlichen, seelischen und geistigen Bedürfnisse wieder zuzulassen, und dass es nicht nötig ist, sie zu unterdrücken und zu verdrängen, wenn man innerlich frei sein will.

Aber noch mehr: mit dem Fließenlassen der Gefühle kam Intuition, eine Sicherheit des Seins, Gefühlssicherheit, Willenssicherheit, Verhaltenssicherheit und ich lernte, immer besser die Spreu vom Weizen zu unterscheiden, das Falsche vom Wahren, das Unechte vom Echten, Authentischen, bei mir selbst und bei den anderen Menschen.

Es begann ein qualitativ hochwertiges Leben aus emotionaler Intuition auf allen Ebenen, vom Einfachsten bis zum Komplexesten, vom scheinbar Bedeutungslosesten zu den brisantesten, höchsten und existenziellsten Ebenen – plötzlich wurde alles ganz leicht und hell. Ich nannte es "die Heilung und Befreiung meines unteren Selbstes…"

Ich musste mir keine Sorgen – Gedanken – mehr darüber machen, 'wo's langgeht' oder was jetzt richtig war, sondern hatte Zugang und Eingang gefunden in eine gefühlvolle, kraftvolle, intensive und 'leidenschaftliche' Welt, in der ich alle jeweiligen Gefühle des gegenwärtigen Moments spüren und daran entlanggehen konnte – alle Höhen und Tiefen mit eingeschlossen, selbstverständlich.

Ich glaube damals fand ich wahrscheinlich zum ersten Mal in meinem Leben diese tiefe, innere Orientierung und Weisheit.

Aus dieser Erfahrung wurde "Wage zu fühlen – P 2000" geboren, eine besonders effektive Methode zur Wiedereroberung des Hauses der Seele durch die "Heilung und Befreiung des unteren Selbstes" auf dem Weg zum – ich nenne es den "Vollblutmenschen". In vielen Einzel- und Gruppenarbeiten mit unzähligen Menschen wurde diese Methode jahrelang weiterentwickelt. Zusätzlich begann ich dann natürlich auch Trainer auszubilden und zu lizenzieren.

27
Februar
2013

Über die Seele, Glück und anderes – ein Gespräch mit Dr. Martin Spiegel (Interview mit dem Herausgeber der ‚Anderen Realität‘, Dieter Wiergorski)

Dieter Wiergowski:
 

Ich habe festgestellt, dass ein spirituelles oder philosophisches Gespräch erst Sinn macht, wenn Begriffe geklärt sind. Begriffe werden ja von Mensch zu Mensch unterschiedlich verstanden – vor allem, wenn es sich um subjektive Begriffsinterpretationen handelt. So lautet meine erste Frage: Was ist für Sie die Seele?

Ich habe in Ihren Videovorträgen im Internet – die sich ja jeder kostenfrei anschauen kann unter www.gnosis.de – gehört, dass Sie von „seelischen Problemen“ sprechen und davon, die „Seelenfähigkeit“ zu ändern sowie von „Gefühlen des Zentrums der Seele“ usw.

Nach meiner Definition von Seele, die natürlich völlig subjektiv ist, gibt es keinen Seelenschmerz, gibt es keine seelischen Probleme, gibt es kein „Verletztsein der Seele“, sondern lediglich ein „Verletztsein des Egos“, Egoprobleme etc.

Die Seele ist für mich wie „Gott“: „Gott“ will nichts, „Gott“ braucht nichts, „Gott“ IST.

Genauso ist das für mich mit der Seele. Die Seele ist für mich unverwundbar – lediglich das der Seele „Aufgestülpte“, also das Ego, kann leiden. Nach „meiner“ Interpretation kann ich also an der Seele nichts ändern und brauch das auch nicht.

Darum wiederhole ich noch einmal die Frage: Was ist die Seele für Sie?

 

Dr. Martin Spiegel:
 

Natürlich versteht jeder unter 'Seele' etwas anderes.

Für mich gibt es drei Seelen im Menschen: Tier- oder animalische Seele, Mensch- oder Persönlichkeits-Seele, Gott- oder Lichtseele.

Ich gehe zunächst vom alltäglichen Sprachgebrauch aus, wenn ich von 'seelischen Problemen' spreche = Probleme des Innenlebens, des Gedanken- und Gefühlslebens, das aus vier Teilen besteht:

1. Wort-Gedanken,

2. Bild-Gedanken,

3. Gefühls-Gedanken,

4. Impulsen, Vektoren, Anstoß-Energien, die zu Motivationen werden ( = die klassische Lehre von den drei Seelenkräften Denken-Fühlen-Wollen).

Wenn es im SEIN, in der 'Welt' oder im Universum mehr Wesen gibt als eines, dann haben die einzelnen Wesen ein 'Ego', das heißt, eine Antriebskraft oder ein Antriebsfeuer, sich selbst zu leben, das gilt für alle Wesen, also aus unserer Sicht übermenschliche (göttliche Hierarchien, Engel etc.), menschliche und untermenschliche Wesen (Tiere, Dämonen etc.).

Alle Wesen leiden darunter, sein zu müssen, und ihre tiefste Sehnsucht ist, kein 'Ego' zu haben, das heißt, keine individuelle Existenz, sondern nicht mehr zu sein, bestenfalls als Tropfen aufzugehen im allgemeinen Lebens-Ozean, als Funke aufzugehen im allgemeinen Seins-Feuer.

'Ego' ist nichts Schlechtes, sondern von 'Gott' seinen Geschöpfen mitgegeben, damit sie an seinem Tanz teilhaben und nicht gleich wieder in seinen Schoß zurückkehren wollen.

– Wenn man sagt, "Gott will nichts", "Gott braucht nichts", "Gott ist", dann ist dieser 'Gott' getrennt vom übrigen Sein.

– Wenn man aber sagt, "Gott ist alles", dann sind aus diesem Gott auch die Seelenkräfte des Wollens, Begehrens, Wünschens, der Sehnsucht, des Zornes, der Liebe, Freude usw. geschaffen und dieser Gott ist diese Seelenkräfte.

– Wenn ich sage "Die Seele ist Gott", dann ist die nächste Frage: persönlicher oder überpersönlicher Gott?

Kann 'Gott' leiden?

Kann 'Gott' Traurigkeit empfinden über das Leiden seiner Kinder / Schöpfungen?

Ich sage: Gott hat den Emotionalkörper geschaffen und 'er / 'sie' ist glücklich darüber, denn auch Gefühle sind 'seine / ihre' Erschaffungen oder 'Gotteskinder' und 'er / sie' ist auch die Gefühle.

Also: Wenn es einen Gott gibt, der alles erschaffen hat, dann hat er auch die Gefühle, das Gefühlsleben ('Emotionalkörper') geschaffen.

Will 'er / sie' dann, dass wir unsere Gefühle nicht fühlen?!?

Von Kindesbeinen an unterdrücken wir unsere Gefühle, um nicht leiden zu müssen. Später lernen wir dann in sogenannter 'Spiritualität', dass es gut ist, über seinen Gefühlen zu stehen, frei von ihnen zu sein, und fühlen uns bestätigt. Es ist aber möglich, gleichzeitig seine Gefühle zu fühlen und nicht damit identifiziert zu sein.

Unsere "Psychologie 2000" unterscheidet freie und unfreie Gefühle (vergleiche Kinozuschauer).

Wenn man keine Gefühle mehr fühlen wollte, dürfte man keine Nachrichten mehr hören, kein Buch mehr lesen, keinen Film mehr sehen, der Mensch macht aber genau das, um zu fühlen!

In Wirklichkeit geht es um das Ideal des Buddhismus, in innerer Freiheit Zeuge von allem zu sein – aber wer sagt, dass dieser Zeuge nicht Gefühle fühlen darf wie Liebe, Erbarmen, Mitleid mit sich selbst und aller Kreatur?!?

 

Dieter Wiergowski:
 

Die nächste Begriffserläuterung, um die ich bitte: Was ist Glück für Sie? Und wer will Glück? Die Seele ist es ja nach meiner Definition nicht, da sie nicht wollen kann – sondern das Ego. Das Ego will Glück. Wie sehen Sie das?

 

Dr. Martin Spiegel:
 

Diese Frage zu beantworten, müsste man erst beginnen mit der Frage: Was ist 'wollen', wer oder was kann 'wollen'? Ich sage: Alles, was ist, ist eine Energie, und jede Energie ist eine Wesenheit; wenn es also Willen gibt, dann ist der Wille (volitiver oder Willens-Körper) eine Wesenheit, und zwar eine von 'Gott' (ich spreche auch vom 'kosmischen Computer') geschaffene Wesenheit und damit ein Engel oder ein Gott, mit dem man kommunizieren kann. Alle Seelenkräfte sind göttliche Wesenheiten, Engel oder Götter, die dem Menschen für sein Sein als Werkzeuge mitgegeben sind.

Die Frage ist, ob 'Gott' etwas 'wollen' kann – zum Beispiel erschaffen, oder ob er bloß eine Maschine ist wie eine Mutter, die ein Kind bekommt, ohne es zu wollen.

So die Frage, ob eine 'Seele' im höheren Sinn etwas 'wollen' kann, zum Beispiel Entwicklung, Befreiung, Erlösung, Erleuchtung, Einweihung o.ä.

Man sagt gerne: "lasse es geschehen, ohne es zu wollen – der Wille hindert dich daran" – aber dann verwechselt man Wille mit Anhaftung.

Wille ist etwas Neutrales – eine Kraft, Instrument, um etwas zu verwirklichen.

Anhaftung ist ein Dämon, ich nenne es mit den alten Manichäern die 'Göttin der Gier'. Nicht das 'Ego' ist also das Problem, sondern die Gier (im Gegensatz zu den Seelenkräften Wünschen, Sich-Sehnen, Wollen und Begehren, die man braucht, um weiterzukommen). Die GIER ist das, was alles verzerrt und alles kaputtmacht, sie ist das Herrschaftsinstrument der Weltmächte über die Menschen (siehe Werbung). Und ihre mächtigste Waffe ist die Lehre von der Ego-Überwindung, die alle sichtbaren und unsichtbaren Diktatoren der Weltgeschichte benutzt haben, um zu verhindern, dass der Mensch seine individuelle Entwicklung über den Zwang des Kollektivs stellt.

Für die Menschen ist Glück die Erfüllung ihrer Wünsche, zum Beispiel nach Freiheit, Uneingezwängtsein, Ausdehnung, Erlösung o.ä.

Für mich ist die Voraussetzung für Glück, wenn man über seine Seelenfähigkeiten verfügt.

'Psychologische Probleme' entstehen, wenn man nicht darüber verfügt, nicht Herr im Haus der eigenen Seele ist, sondern Sklave seiner Dämonen, Reaktionsmechanismen, Verhaltenssüchte, Suchtverhaltens.

Das Problem in der Therapie ist, dass die Menschen aufgrund ihrer Blockaden / Dämonen eben nicht über diese Seelenfähigkeiten verfügen; dass heißt, sie werden daran gehindert.

In unserer "Psychologie 2000" sprechen wir von den "7 Signs – sieben Merkmalen seelischer Handlungsfähigkeit"; da, wo wir damit Probleme haben, können wir wissen, dass wir unter der Knute von negativen karmischen Energien stehen:

1. Loslassen können, an nichts anhaften müssen, um über seinen Reaktionsmechanismen zu stehen (das kann der Mensch im Gegensatz zum Tier und auch zu sogenannten Engeln).

2. Sich wahrhaft 'entspannen' = fallenlassen zu können: erst in den Brustraum hinein, dann in den Beckenraum hinein.

3. Sich verschenken / hingeben zu können.

4. Liebe sein zu können ( = ein Zustand im Brustraum, der durch den Lebenskampf blockiert ist).

5. Sein eigenes Leiden spüren zu können in den Seelen- oder Gefühlsräumen Entsetzen, Angst, Verzweiflung, Zorn / Hass, Schmerz, Traurigkeit, Bitterkeit ( = 'emotionale Intelligenz' im engeren Sinne), was jedes Kleinkind noch kann, später aber unterdrückt wird mit all den bekannten Folgen für Körper und Seele.

6. Sein eigenes Streben spüren zu können, die vielen Impulse in uns, wo wir nicht anders können, als gesund sein zu wollen statt krank, erfüllt sein zu wollen statt ausgezehrt usw. – das steht nicht im Gegensatz zu 'alles annehmen'. Wir haben dafür ein 'Patentrezept', in zwei scheinbar gegensätzlichen Sätzen zusammengefasst, die gut verstanden werden wollen: a) "Nichts begehren – sich gegen nichts wehren", b) "nichts wollen müssend alles alles wollen lassen".

7. 'Beten' können = Kommunikation mit dem Sein: aus dem Wissen heraus, dass die Kräfte, die mich geschaffen haben nach Körper, Seele und Geist, jederzeit 'Gewehr bei Fuß' stehen, um mich auch wieder zu reparieren oder zu vervollkommnen…

 

Dieter Wiergowski:
 

Nun haben wir also die Begriffe Seele und Glück besprochen. Wie kommen Sie auf Ihre persönlichen Interpretationen davon? Ich glaube eh, dass Worte das Ganze gar nicht ausdrücken können und dass eben durch Worte das Wesen des Gesamten gar nicht erfasst werden kann – oder?

Trotzdem macht es Spaß, über diese Dinge zu philosophieren. Wie es denn wirklich ist – ich weiß es nicht. Was Sie sagen, macht Sinn, wenn ich mich in Ihr Denken hinein fühle. Ich glaube auch, dass Gott alles ist und somit alles in sich trägt, was in der heutigen Welt existiert; also Liebe und Hass, Frieden und Krieg. Von diesem Standpunkt aus betrachtet, wäre „er“ sogar persönlich mit Willen, Denken, Fühlen; mit Zuneigung und Eifersucht, mit Vorlieben und Abneigungen. Wohlgemerkt: Von diesem Standpunkt aus betrachtet.

Wir Menschen denken linear. Darum glauben wir, dass alles einen Ursprung haben muss. Wenn man allerdings der Ansicht ist, dass Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft eins ist, dann gibt es keine Ursache und Wirkung mehr; dann gibt es keinen Schöpfer mehr, der „vor“ allem war.

Sollten Buddhisten Recht haben, kommt alles aus der „Leere“ und wird wieder zur „Leere“. Mein eingangs erwähntes Gottesbild, wie Gott will nichts, braucht nichts, sondern Gott IST, bezieht sich darauf.

Sobald aber die „Leere“ verlassen ist und „Schöpfung“ eingetreten ist, ist Gott natürlich auch alles, was die „Schöpfung“ ausmacht.

Meine Frage also: Glauben Sie, dass irgendwann, wie die Buddhisten annehmen, alle Menschen ins „Nirwana“, also ins Nichts, (wieder) eingehen und dann nichts mehr wollen, nichts brauchen, sondern einfach SIND, so wie Gott dann diese selben Aspekte aufweist und „wir“ und „er“ unpersönlich sind? Um ehrlich zu sein: Im Moment möchte ich das gar nicht. Ich möchte mein Ego behalten…

 

Dr. Martin Spiegel:
 

Wie komme ich auf meine persönlichen Interpretationen von 'Seele' oder 'Glück'? Ganz ehrlich: Interpretationen interessieren mich nicht. Ich habe bloß gesagt, was man alles so unter Seele versteht, von der Lehre von der unsterblichen Seele, sei sie persönlich oder un- oder überpersönlich, bis hin zum 'Innenleben' von Pflanzen, Tieren, Menschen, Geistern usw.

Wir reden vom Innenleben, zum Beispiel vom Gefühlsleben, und das wird auch seelisches Leben genannt im Gegensatz zum körperlichen Leben. Und mit seinem Innenleben schlägt sich jeder Mensch in jedem Moment herum, genau genommen, wird jeder Mensch von seinem Innenleben bestimmt, ob man das Seele nennt oder nicht.

Und der Begriff Glück wird ja eben allgemein als die Erfüllung aller Wünsche 'interpretiert'. Ich habe einen Vortrag gehalten: "Ist Glücklichkeit ein erstrebenswerter Zustand?", da spreche ich davon, dass 'Glück' vollkommen undefiniert ist, vor allem aber ist es kein Gefühl, kein Gefühls- oder Seelenraum im wahren Sinn des Wortes, so wenig wie Depression ein Gefühl ist.

Wenn ich glücklich bin, wenn ich Glück habe oder 'Schwein' habe, dann kann ich das mit vielen Gefühlen quittieren: zum Beispiel mit Freude, Erschütterung, Dankbarkeit, Seligkeit, Sehnsucht oder eben 'Glücklichkeit';

wenn ich 'depressiv' bin, dann kann ich Gefühle haben wie Angst, Verzweiflung, Zorn, Schmerz, Traurigkeit, aber das Gefühl 'Depression' gibt es nicht – seit die Menschen über ihr Innenleben sprechen, finden sie keine Worte oder Begriffe, die exakt und differenziert sind. Worte können das Ganze nicht nicht ausdrücken oder erfassen – sie sind so gut, wie der, der sie hört oder liest.

Ich kann sagen: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sind eins, es gibt keine Ursache und Wirkung und keinen Schöpfer, der vor allem war. Diese Fragen sind in der hohen Philosophie (Hegel) alle beantwortet. Dass alles aus der Leere kommt und wieder zur Leere wird, sagt auch die Urknalltheorie. Wenn man das Gott nennen will, kann man das. Ich nenne Gott 'god machine' oder 'kosmischen Computer' und meine die Naturkräfte, die alles bewirken, die Wesen sind, mit denen man kommunizieren kann, einzeln oder in ihrer Gesamtheit. Verstehen Sie? Es geht um Praxis, die Erfahrung, dass 'das' antwortet, wenn ich es rufe: jede innere Tätigkeit, jedes Gefühl, jede Denkweise, jede Energie ist ein Ruf, ein Gebet, zieht Gleichgeartetes an. Und "wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus". Die Leute nennen es unbewusste oder bewusste 'Magie'.

Wenn Sie fragen, lieber Herr Wierkowski, in was vielleicht alle Menschen (wieder) eingehen, wo sie nichts mehr wollen, nichts brauchen, sondern einfach SIND, dann glauben Sie an eine Existenzweise oder halten sie für möglich, in der keine Dynamik, sondern Statik ist. Kennen Sie etwas, was ist, ohne wahrzunehmen, sein Sein zu fühlen, zu 'atmen', sich zu bewegen?

Jede innere Tätigkeit, zum Beispiel sein Sein fühlen, ist eine Tätigkeit. Man redet so gern von reinem Sein – und wissen Sie was? Jeder, Sie und ich und alle, sind jetzt und hier in diesem reinen Sein und können es fühlen – oder auch nicht. Und können dazu ein Gefühl oder viele Gefühle haben (Freude, Seligkeit, Fülle, Dankbarkeit, Erschütterung, Kraft, Anbetung usw.).

Aber Sie und ich und alle sind jetzt und hier auch in einem unreinen oder konkreten, bestimmten 'Sein'; selbst wenn es nur ein Traum ist, so ist es doch ein Traum, der etwas mit uns macht, zum Beispiel 'Gefühle' verursacht.

Was Hegel meint: alles, was wir in jedem Moment sind, fühlen, wahrnehmen, sehen, hören, riechen, schmecken, erleben usw. und tun, geschieht doppelt: einmal kriegen wir selbst das mit, und zum zweiten kriegt 'Gott' – der 'kosmische Computer' – das durch uns mit – und lernt daraus…

 

Dieter Wiergowski:
 

Glauben Sie, dass es stimmt, was viele so genannte „Meister“ sagen, dass das Ich/Ego direkt mit dem Tode erlischt? Wie immer Ihre Antwort auch aussieht – welche Belege haben Sie dafür?

 

Dr. Martin Spiegel:
 

Es geht doch darum, wie man 'Ego' definiert.

Wenn es der Körper ist – der löst sich normalerweise auf.

Wenn es die Seele ist, unser Innenleben – das lebt bestimmt noch einige Zeit weiter, länger als der Körper.

Wenn wir ein 'Ich' sind, ein 'Funke' des Seins-Feuers, ein Tropfen des Seins-Ozeans, dann erlöschen wir so oder so: der Funke oder Tropfen kann außerhalb nicht existieren, und wenn er mit seinem Element sich vereinigt, verliert er seine individuelle Existenz. Und jeder Mensch trägt in seiner tiefsten Tiefe – das stellt sich unter anderem in unserer Arbeit heraus – eine größere Sehnsucht, nicht zu sein, als die Sehnsucht, zu sein (das hat bestimmte Gründe).

Trotzdem glaube ich an ein 'ewiges' Leben: im Original heißt es nicht 'ewig' im Sinne von unendlich, sondern 'äonisch', das heißt, für gewisse Zeitperioden ('Äonen'). Diese Äonen sind sehr lang und betragen nach unserer Auffassung mindestens Milliarden von Jahren.

Welche Belege habe ich dafür? In unserer 'Seelenarbeit' gelangen wir an den Punkt, wo wir fühlen, das Gefühl haben, ein 'unauslöschliches Feuer des Lebens, der Liebe und des Lichts' zu sein. Dieses Gefühl steht für sich selbst: es ist der triumphale Bewusstseinszustand, durch absolut nichts ausgelöscht zu werden.

Sie können sagen: das kann auch eine reine Projektion sein.

Sie können sagen: wäre es nicht so, könnte man es nicht spüren.

Egal. In jedem Falle kann es nicht darum gehen, sich darum zu kümmern, was nach dem Tod ist, sondern nur, was hier und jetzt ist – und hier und jetzt verschwinden und verschwimmen in der Tat Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in eins, in einem Seins-Zustand – nicht bloß Bewusstseins-Zustand.

 

Dieter Wiergowski:
 

Was unterscheidet Ihre Lebensschule von anderen? Was wollen Sie erreichen?

 

Dr. Martin Spiegel:
 

Ja, ja, 'Lebensschule', eigentlich ein furchtbarer Begriff, weil alle sich bemüßigt fühlen, 'Lebensschulen' zu generieren. Aber das Kind muss einen Namen haben, ich habe meiner Arbeit schon viele Namen gegeben. Wir nennen uns "Pioniere in Psychologie, Philosophie, Persönlichkeitsbildung und Pädagogik" und verstehen uns als Avantgarde der modernen seelisch-geistigen Bewegung, geboren aus dieser Bewegung, gewachsen mit dieser Bewegung und blühend mit dieser Bewegung.

Unser Motto ist unter anderem: "Für eine wissenschaftliche Theorie und Praxis des Bewusstseins"; wie wir Wissenschaftlichkeit definieren, was wir von ihr fordern, was sie leisten kann und was nicht, würde hier zu weit führen. Erreichen wollen wir, dass unser Wissen sich verbreitet, den Menschen hilft und Teil wird, eine neue Psyche zu generieren, anknüpfend an die Forderungen der Klassik von Mensch-Werdung, so weit das auf Erden möglich ist. Unser Ziel ist der "Vollblut-Mensch", der über alle seine 'Seelenfähigkeiten" – Fähigkeiten inneren Handelns, Wahrnehmens und Bewirkens – verfügt, indem er / sie mit Hilfe der Seins-Kräfte seine Dämonen zurückdrängt, die ihn daran hindern.

 

Dieter Wiergowski:
 

Ich bedanke mich für das Interview. Und ich freue mich, in Ihnen einen äußerst kompetenten Gesprächspartner gefunden zu haben. Einige Antworten geben mir in der Tat zu denken, denn: Ich habe zwar ein Konzept, aber das habe ich im Laufe der letzten Jahrzehnte immer wieder geändert. Denn: „Die“ Antworten habe ich nicht. Aber: Antworten werden für mich immer uninteressanter für mein Leben im Hier und Jetzt. Wir kennen das gesamte Lehrkonzept von Dr. Spiegel nicht. Aber aufgrund seiner fundierten Antworten nehmen wir an, dass es sehr empfehlenswert ist. Schauen sie einfach mal auf seine Website.

27
Februar
2013

Wie genau kennen wir uns eigentlich mit ‚GEFÜHLEN‘ aus?!? (Artikel erschienen in „Prisma“ und „Gingko“)

Von 'Gefühlen' wird gesprochen, seit es Menschen gibt (und Sprache). Zorn, Angst, Freude, Liebe – jeder hat seine eigenen Gedanken- und Gefühlsverbindungen zu diesen Begriffen.

Aber in Wirklichkeit verhält es sich mit den Gefühlen so wie mit der Entwicklung der Farben und der Musik. Tiere, Kinder und Naturmenschen haben ein einfaches Gefühlsspektrum, so wie in der Malerei am Beginn ihrer Geschichte einfache Farben und in der Musik einfache Ausdrucksmöglichkeiten zur Anwendung kamen.

Heute sprechen wir von unendlichen Farbnuancierungsmöglichkeiten und musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten, weil mit ihrer Entwicklung die Gefühlswelt des Menschen selbst unvergleichlich reicher geworden ist, so dass wir (siehe Malerei, Musik, Literatur, Film) viel mehr und unterschiedlicher fühlen denn je! Wenn die Eskimos zwanzig Wörter für Schnee kennen, dann bräuchten wir auch 'zwanzig Wörter' für die unterschiedlichen Nuancierungen von "Zorn, Angst, Freude, Liebe" etc.

Das moderne Schlagwort von der "Emotionalen Intelligenz" meint nicht nur, dass es 'intelligent' ist, die eigenen Gefühle zu kennen und zu fühlen, sondern dass die Gefühle eine eigene Intelligenz besitzen. So unendlich vielfältig nuanciert die Gefühle eines entwickelten Erwachsenen sein können, so unendlich vielfältig nuanciert ist das Wissen, sind die Botschaften, die in ihnen enthalten sind und die sie transportieren!

In der heutigen 'Psycho-Szene' findet sich der Trend, neben dem Aufspüren und Zulassen der eigenen Gefühle, doch auch immer wieder die Gefühle gering zu schätzen und zum Beispiel durch Yoga und Meditation aus dem Gefühlsleben auszusteigen und es 'überwinden' zu wollen. Wollen wir lieber keine Gefühle, oder wollen wir lieber ein reiches und reichhaltiges Gefühlsleben – wie die großen Künstler, Dichter, Musiker?!?

Was kann das Ziel von Persönlichkeitsbildung sein?!?

Der Grund, warum wir Musik hören, Belletristik lesen, Spielfilme schauen etc., ist, dass wir Gefühle fühlen wollen.

Ein 'Meditierender' entfremdet sich der eigenen Seele, ja, will sie überwinden, indem er sich von solchen Wahrnehmungsinhalten zurückzieht.

Musik hören, Belletristik lesen, Spielfilme schauen – igitt, wie oberflächlich, wie weltlich, wie verwirrend, 'runterziehend'; gar Zeitung lesen, Nachrichten schauen, sich erschüttern lassen von dem Drama der Welt, von Mitlied, Liebe, Erbarmen sich selbst und anderen gegenüber – wie profan!?!

Eine Unzahl von 'psychologischen Schulen' – aber wissen sie wirklich, wovon sie reden, wenn sie von Gefühlen reden? Dass unter ein und demselbem Begriff – "Zorn, Angst, Freude, Liebe" – von tausend Menschen jeder etwas anderes versteht und fühlt?

Bis heute gibt es keine wissenschaftlich bewiesene 'Wissenschaft der Gefühle'. Wer wissen will, was 'Gefühle' sind, muss bereit sein, sich einzulassen, die unterdrückten Existenz-Gefühle von Entsetzen, Angst, Verzweiflung, Zorn, Schmerz, Traurigkeit, Bitterkeit etc. in ihrer ganzen Wahrheit in sich wieder zuzulassen, um auch entgegengesetzte Gefühle in ihrer ganzen Tiefe, Nuanciertheit, Wahrheit 'erobern' zu können….

30
Oktober
2012

Halbwissen und Halbwahrheiten – ist das moderne Psycho-Coaching eher nützlich oder schädlich?

Wussten Sie, dass alle 'Psychologie' bis heute nicht wirklich wissenschaftlich und bewiesen ist?!?

Eine Unzahl von 'psychologischen Schulen' – aber wenn man genau hinsieht, gibt es sehr unterschiedliche Definitionen und Verständnisse von dem, was 'Psyche' oder 'Seele' ausmacht.

  • Wer weiß wirklich, was zum Beispiel Denken ist – und dass Denken auch und in Wirklichkeit im Herzen = im Brustraum stattfindet: wussten Sie, dass Sie diese Zeilen lesen können mit dem Schwerpunkt Ihrer Aufmerksamkeit im Brustraum, nicht im Kopf?!?
  • Wer weiß wirklich, was zum Beispiel Fühlen ist – dass jedes Gefühl ein eigener Kosmos ist, eine eigene Wesenheit, ja, eine eigene 'Gottheit', mit der man kommunizieren und 'arbeiten' kann; und dass die Heimat der Gefühle nicht der Kopf ist und auch nicht der Körper, sondern das Brust-Bewusstseinszentrum?!?
  • Wer weiß wirklich, was zum Beispiel Willen ist – und wo unser 'Wille' in uns wohnt, nämlich auch im Brust-Bewusstseinszentrum, während die Willens-Kraft im Becken-Bewusstseinszentrum beheimatet ist; und dass die dem Willen vorausgehende Motivation einer tieferen Seelen-Schicht entspringt; und dass und warum in allen Wesen zwei 'Willens-Flammen' existieren: Die 'Flamme des Egos' und die 'Flamme des Dienens';
  • dass und warum der Mensch gewöhnlicherweise nicht aus dem Willen heraus handelt, auch wenn er das glaubt, sondern aus Mechanismen; dass das Kennzeichen wahren, befreiten Willens nicht ist: "Tue, was du willst!", sondern: "Wolle, was du tust!"?!?
  • Wer weiß wirklich um das Geheimnis der Grund-Spannung und Grund-Spaltung im Menschen: zwischen Oberflächen-Selbst ('strategischem Selbst') und tieferem oder unteren Selbst, und dass wahre Selbst-Erkenntnis, Selbst-Erfahrung, Selbst-Erforschung und damit wahre Selbst-Befreiung und Emanzipation nur möglich sind durch die Auflösung des Oberflächen-Selbstes?

Wenn das moderne Psycho-Coaching den Menschen programmieren will auf 'vorteilhafte' Strategien und Mechanismen, dann legt es auf das Oberflächen-Selbst noch eine Schicht drauf und entfernt die Seele noch weiter von ihrer tiefen Wahrheit und Wirklichkeit – und alles, worauf ich mich ausrichte, wird zu einem Bestimmer in mir, zu einem neuen mehr oder weniger bewussten Zwangs-Komplex.

Deswegen sage ich: "Versuche nicht, dich zu verändern, denn damit verfestigst du dein Gefängnis!" – lasse es einfach geschehen…

Herzlichst
Ihr

Dr. Martin Spiegel