10
August
2017

Der Ring des Herzens: vom Sitz der Gefühle zum Ort des Lichtselbstes

Der Ring des Herzens: vom Sitz der Gefühle zum Ort des Lichtselbstes

Was haben ‚Gefühle‘ mit dem Göttlichen zu tun?!?

 

Das Geheimnis des ‚Herzens‘ aus der Sicht der inneren Wissenschaften besteht darin, dass es ein unsichtbarer Ort ist in der Gegend des sichtbaren Herzens.

Ein eigenes Bewusstseinszentrum. In der gnostischen Philosophie ( = der ‚Philosophie der Wissenden‘) sprechen wir von den drei Bewusstseinszentren des Menschen (Kopfraum – Brustraum – Bauch-/Beckenraum) als von den drei inneren Tempeln oder Heiligtümern, aus denen die ‚Händler und Wucherer‘ (Neues Testament), „Diebe und Räuber“ (Mani) vertrieben werden müssen auf dem Weg der Geist- oder Lichtwerdung.

Wie kommt es, dass unser ‚Herz‘ oder der Brustraum seit je als Sitz der Gefühle, des Gefühlslebens, betrachtet wird und gleichzeitig als Ort des spirituellen Zentrums des Menschen, des Göttlichen Lichtfunkens oder so ähnlich?!?

Haben ‚Gefühle‘ etwas mit dem Göttlichen zu tun?!?

Die moderne Wissenschaft versucht, die Gefühle im ersten Bewusstseinszentrum, im Kopf, zu lokalisieren, ja sogar zu erzeugen, verliert dabei aber vollständig den Bezug zum Wesen der Emotion:

dass es eine Quittierung von Wahrnehmungswertungen ist in einer bestimmten Art von unsichtbarem ‚Seelenstoff‘ (Emotional-, Fühl- oder Seelenfluidum genannt, auch Lichtäther o.ä., als Aufbaustoff des Emotionalkörpers = Seelen- oder Gefühlslebens).

Wenn wir diesen unsichtbaren ‚Seelenstoff‘ in unserem Brustraum akkumulieren, der durch Druck, Anspannungen und Blockaden, Spaltungen und Spannungen ‚aufgefressen‘ wird, dann könnten wir exakt diese Seelenfülle, die wir ständig durch die Verfolgung äußerlicher Ziele zu erreichen suchen, ‚auf den Plotz‘ innerlich in uns selber (wieder) herstellen lernen – immer, wenn sie uns wieder verlorengeht:

indem wir einfach alle Gefühle wieder zulassen und in unserem Herz-Raum versammeln, die wir gewohnheitsmäßig von Kindesbeinen an unterdrücken:

im Vertrauen, dass alles ein sich selber heilendes System ist, auch unsere Seele.

Jede Wahrnehmung ist eine Einheit von drei Komponenten, wie man weiß:

erstens Sinnesdaten (Formen, Farben, Geräusche etc.),

zweitens Beurteilungsversuch (Auswertung / Bewertung / Evaluation: bedeutungslos? negativ? positiv?),

drittens dementsprechende emotionale Quittierung (angenehme / unangenehme Gefühle wie Erleichterung / Beschwerung, Freude / Entsetzen, Beruhigung / Angst, Berührung / Abstoßung etc.):

was, nachdem ‚einstudiert‘, dann schon beim Kind oft in Sekundenbruchteilen geschieht!

Bis dahin kann es auch zu ‚gemischten Gefühlen‘ kommen, bis wir eine Gefühlssicherheit erreichen, aus der dann auch entsprechende Willens- und Verhaltenssicherheit erwachsen können.

So sind in jedem Gefühl die Bewusstseinstätigkeiten enthalten, die zu seiner Entstehung geführt haben. Gedanken ohne Gefühle sind arm, Gefühle, je entwickelter sie sind, sind jedoch reich, stets angereichert durch Gedanken!

Deswegen gibt es eine ‚Intelligenz des Herzens‘, deswegen können wir die entwickeltsten Gedankentätigkeiten durchführen, ohne unseren Bewusstseinsschwerpunkt vom Herzen in den Kopf verlagern zu müssen!!

Das Problem ist, dass wir aus mehreren ‚Persönlichkeits(an)teilen‘ oder ‚Teilpersönlichkeiten‘ bestehen, die sich alle unseres ‚Seelenapparates‘ bedienen, das heißt unseres Wahrnehmungs-, Verarbeitungs- und Empfindungsvermögens.

In erster Linie ist es das, was man in den inneren Wissenschaften Tierseele, Menschseele, Gottseele nennen kann: also

  1. das Körperwesen, der ‚wilde Mensch in uns‘,
  2. das Seelenwesen = unser ‚bewusstes Ich‘,
  3. das göttliche Geist- oder Lichtwesen in uns (das in den meisten Menschen noch schläft).

Diese drei ‚Seelen‘ stehen jedoch unter Einfluss weiterer ‚Unterseelen‘ (aus Familien- und Gruppenfeldern, karmischen Feldern, Besetzungen aller Art), die sich gleichfalls unseres Seelenapparates (und Körpers) bedienen wollen.

Aus unseren Augen schauen also oft oder stets mehrere ‚Seelen‘ gleichzeitig, und die emotionalen Quittierungen sind an unterschiedlichen Orten zu finden: im Brustraum, im Bauch- / Beckenraum, im Kopfraum, aber auch in der ‚Aura‘ oder bestimmten Körpergliedern, wenn die entsprechenden Gefühlsladungen aus ihrem Stammsitz verdrängt / woanders abgelagert sind…

Bei der Befriedigung unserer körperlichen Bedürfnisse wird unser System vom Körperwesen benutzt;

bei der Befriedigung unserer seelischen Bedürfnisse wird unser System vom Seelenwesen benutzt (muss zum Beispiel still sitzen vor Computer, Fernsehen, bei Gesprächen, Events oder ‚unnatürliche‘ Haltungen und Bewegungen bei der Arbeit pflegen etc.);

bei der Befriedigung unserer spirituellen Bedürfnisse kann unser System wiederum von anderen Seelenspakten benutzt werden (zum Beispiel in bestimmten Mudras = Körperhaltungen und –bewegungen bei Gebet, Meditation, Yoga etc.).

Wenn die sogenannte klinische Psychologie die Gefühle ausschließlich im Gehirn sucht, verkennt sie, dass sie dort lediglich physisch ‚widergespiegelt‘ sind; ich kann hier Gefühls-Wahrnehmung unterdrücken, ich kann sie aber auch stimulieren, weil Gefühle in uns in Wirklichkeit permanent vorhanden sind:

als ‚Bewusstseinsräume‘, Erlebensräume, Empfindungsräume o.Ä. in dem, was man das „Haus der Seele“ nennen kann.

Wenn nun Gefühle außerhalb des Brust-Bewusstseinszentrums, des (unsichtbaren) ‚Herzens‘ gefühlt werden, so kann das bedeuten, dass mein ‚Herz‘ besetzt ist, das heißt blockiert durch welche inneren Spannungen und Spaltungen auch immer ( = Brustraum fühlt sich zusammengepresst, eingeengt, bedrückt etc. an und / oder leer, unerfüllt), und die Gefühle sind aus ihrem Stammsitz hinausgedrängt;

oder es handelt sich um die Gefühle des ‚wilden Menschen‘ (inneres Kind‘) oder einer ‚Unterseele‘ in mir, die ich im Becken- / Bauchzentrum spüre oder woanders, wohin sie durch Selbstunterdrückung verschoben werden oder sich in Not geflüchtet haben…

Aber das eigentliche Zentrum, Haus und Heimat meiner Seele als ‚Gemütsleben‘ o.ä. ist der Brustraum, und wenn ein klinischer Psychologe mir sagen würde, der Sitz der Gefühle sei das Hirn und er habe nie Gefühle im Brustraum gespürt wie Traurigkeit, Mitleid, Liebe, Erbarmen, Zorn, Sehnsucht, Freude, Dankbarkeit, Bewegtheit, Berührtheit, Erschütterung, Angst, Verzweiflung oder Ähnliches:

dann würde mir das Angst machen (um seine Seele).

In den inneren Wissenschaften ist bekannt, dass die Wohnung des wilden Menschen in mir, auch inneres Kind, Mondenwesen o.ä. genannt (leider oft sehr traumatisiert), unser Leber-Milz-System ist, aus dem er / sie sich ‚feinstofflich‘ wie eine Wolke entrollen und seine wahre Gestalt annehmen kann, die in etwa an ein Steinzeit- oder ‚Affen‘-Alien erinnert.

Und während unsere Mensch-Seele immer so aussieht wie die jeweilige Persönlichkeit, deren sie sich in der jeweiligen Inkarnation bedient, hat das göttliche Licht-Wesen in uns, wenn es ‚gezeugt, geboren, geweckt und erwachsen‘ geworden ist, eine immergleiche strahlende Lichtgestalt, unirdisch groß, gebaut aus der festesten, stabilsten Materie, die im Universum existiert:

nämlich der Materie aus dem Ursprungsuniversum, der Supra-Dimension des absoluten Lichts, die die Eigenschaften idealer Materie in sich vereinigt – ideale Flexibilität und Gestaltbarkeit, ideale Haltbarkeit, ideale Qualitäten, Eigenschaften und Fähigkeiten…

Der Ort jenes Samenkorns des Lichts, Juwel, Perle oder wie immer man es genannt hat und nennen kann, aus dem diese göttliche Lichtwesenheit in uns zur ‚Wiedergeburt aus Wasser und Geist‘ gelangt, christlich gesprochen, ist die rechte Spitze des Herzens; anders gesagt: sie bildet den mathematischen Mittelpunkt des kugelförmigen Kraftfeldes von ca. 5-6 Metern Durchmesser, in das unser Körper eingebettet / aufgenommen ist wie das Fleisch in die Muschel.

Das Göttliche in uns ist kein Bewusstseinszustand, sondern ein Seinszustand: ein Wesen!

 

 

Unsere Gefühle als Türöffner zum Göttlichen

 

Seit je laufen Gefühle und andere Seelentätigkeiten Gefahr, von ‚Weisen‘ verachtet zu werden.

Gefühle der Erfüllung haben dabei einen besseren Stand, wie Erschütterung, Berührtsein, Erbarmen, Liebe, Frieden, Annehmen, Jubel, Triumph, Hingabe, Seligkeit, Sich-Verströmen etc.

Aber Gefühle des Leidens wie Schmerz, Angst, Entsetzen, Zorn, Verzweiflung, Traurigkeit, Bitterkeit etc. gelten als sehr ‚politisch unkorrekt‘.

Und Gefühle des Strebens wie Wunsch, Sehnsucht, Wille und Begehren sollen tunlichst überwunden werden, weil sie uns binden.

Wir verstehen die ‚Weisen‘: sie wollen nur ihre Ruhe; in der Zen-Meditation zum Beispiel gelten solche Regungen eher als Makyos / Dämonen, die wir aus uns hinaustreiben. Da stören auch die ‚positiven‘ Gefühle wie Liebe, Erbarmen, Berührtsein, Erschüttertsein etc., weil sie uns ins Menschliche hineinziehen…

Auf der anderen Seite heißt es: „Leid ist das schnellste Ross, das uns gen Himmel trägt“ (Meister Eckehart), und „In der Not lernt der Mensch beten“ (Volksmund).

„Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein zerknirschter Geist; ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verschmähen“(Psalm 51).

Und im christlichen Bereich wird der Seelenraum des „Begehrens“ als „Heilsbegehren“ mit all seiner Leidenschaftlichkeit zu dem entscheidenden Motor seelischer Dynamik auf dem Weg der Geist- oder Lichtwerdung des Menschen.

In Wirklichkeit ist es so, dass uns Menschen, besonders in moderner Zeit, das Fühlen bereits in frühester Kindheit gründlich ausgetrieben wird mit dem Effekt, dass wir keine Instrumente haben für seelische Entwicklung.

Die österreichische Dichterin Marie von Ebner-Eschenbach sagt: „Nicht, was wir erleben, macht unser Schicksal aus, sondern wie wir empfinden, was wir erleben“. Wenn wir keine seelischen Instrumente mehr haben, unsere Lebenserfahrungen zu verarbeiten, aus ihnen zu lernen und uns seelisch zu entwickeln, werden wir seelisch tot statt lebendig.

Und genau das liegt im Interesse der Mächte der Finsternis: sie wollen nicht, dass wir uns seelisch entwickeln, dass wir die wahren Gefühle des Seins fühlen, das nach Buddha aus Leiden besteht. Dazu generieren und benutzen sie von Kindheit an unsere seelischen Blockaden und Besetzungen.

Ihr Ziel ist es, die Menschen von ihrem inneren Licht abzuschneiden und an das Rad von Karma und Reinkarnation zu binden, damit ihre Weidegründe nicht reduziert werden.

Und psychologisch werden wir dievon uns so heiß ersehnten ‚positiven‘ Gefühle nie verwirklichen können, wenn wir gleichzeitig die wahren, wirklichen, berechtigten, ja notwendigen ’negativen‘ Gefühle in uns unterdrücken, wie man in der Bewegung der ‚emotionalen Intelligenz‘ unserer Zeit weiß.

Es ist jedoch so, dass unser inneres Göttliches, unser Lichtwesen, nur erweckt werden kann, wenn wir uns im Leben totgelaufen haben mit unserer horizontalen Ausrichtung. Es ist vergleichbar einem Goldklumpen in einem Geröllhaufen, der nur durch Erschütterung sichtbar gemacht werden kann; oder einem Lichtstausee hinter einer großen Mauer, die nur durch Erschütterung durchlässig werden kann.

Dabei ist es so, dass viele Menschen, die sich nach Erschütterung sehnen (dazu schauen sie Filme, lesen Romane etc.), aufgrund ihrer Blockaden und Besetzungen oft gar nicht mehr die Möglichkeiten haben, dass Erschütterung geschehen kann – und damit seelische Dynamik zur Entwicklung und Veränderung.

 

 

Hat Gott einen Emotionalkörper?

 

Aber Gefühle als solche sind, wie man in den inneren Wissenschaften weiß, in sich selber bereits etwas ‚Göttliches‘ oder ‚Numinoses‘:

Sie sind Strahlen oder Ableger von übergeordneten, gleichsam globalen ‚Seelenräumen des Seins‘, der Naturkräfte, ‚Engel‘, ‚Devas‘ o.ä.

Das spürt Friedrich von Schiller, wenn er dichtet: „Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium“ (dem Götterhimmel).

Aber auch die Angst hat ihren Gott oder ihre Göttin / Dämon oder Dämonin, der Zorn, die Traurigkeit, die Liebe, der Frieden, die Gier etc.

Gefühle sind Wegweiser. Sie zeigen mir, wo ich stehe. Wenn ich sie aus Feinden zu Freunden mache, werde ich erst Souverän im ‚Haus meiner Seele‘.

So wie Farben und Materialien in der bildenden Kunst unendlich sich entwickelt und tausendfach differenziert haben, so auch die Gefühlsräume des Hauses der menschlichen Seele durch die Bewusstseinstätigkeiten der Jahrtausende hindurch, besonders der letzten Jahrhunderte im Westen.

Das spiegelt sich in Kunst und Literatur, Musik, Film, allen modernen Medien wider.

Die differenzierten Gefühlsempfindungen, die wir heute gegenüber unserer Kindheit, gegenüber ‚einfachen Menschen‘ (oft sind sie auch nur blockiert) oder auch Tieren spüren (auch gegenüber unserem ‚inneren Kind‘), stammen alle aus differenzierter Bewusstseins- oder Seelentätigkeit (Intelligenz, Beobachtung, Reflexion etc.).

Hilft uns nun ein Gefühlsreichtum wie bei einem Goethe oder Beethoven, dem Göttlichen in uns näher zu kommen, oder streben wir eher Gefühlsarmut an?

Hat ‚Gott‘ unseren Emotionalkörper, unser Gefühlsleben, erschaffen, verfügt er / sie selber über ‚Emotionen‘ (wir lesen von Gottes Zorn und Empörung, von Gottes Liebe und Erbarmen, von seiner / ihrer Traurigkeit etc.)?!?

Nun, die Erschaffungstätigkeit ‚Gottes‘ ist eher einem Geschehen zu vergleichen als einer ‚Absicht‘. Wenn Georg W. F. Hegel, in gewissem Sinn der größte Philosoph der Geschichte, sagt, dass das Göttliche sich selber erkennt durch den menschlichen Geist (‚Mentalkörper‘), dann könnte man auch mutmaßen, dass ‚das Göttliche‘ seinen Geschöpfen einen Emotionalkörper (Gefühlsleben) mitgegeben hat, um sich selber fühlen zu können!?!

Je nachdem, wie wir das Göttliche definieren: wenn ‚Gott‘ alles ist, dann ist er / sie auch unser Emotionalkörper, es besteht also kein Unterschied zwischen uns und ‚ihm / ihr‘.

Wenn das göttliche Bewusstsein in uns alles das wahrnimmt (fühlt), was wir selber auch wahrnehmen / fühlen, dann braucht ‚Gott‘ kein eigenes ‚Gefühlsleben‘, sondern der Emotionalkörper der Gesamtnatur wäre das.

Was aber / also haben Gefühle mit dem Göttlichen zu tun?!?

Ist zum Beispiel die Liebe (auch in ihrer Erscheinungsform des Erbarmens) als das ‚höchste der Gefühle‘ identisch mit dem göttlichen Sein? Oder führt das göttliche Sein noch über die ‚Liebe‘ hinaus?!?

 

 

Vom Ring der Liebe zum Ring des Lichts

 

Hermes Trismegistos, der Sagenhafte, soll gesagt haben: „Gott ist nicht die Seele, sondern die Ursache, dass die Seele ist; nicht Geist, sondern die Ursache, dass Geist ist; nicht Licht, sondern die Ursache, dass Licht ist“ (sechstes Buch).

So könnten wir fortsetzen: „Gott ist nicht Liebe, sondern die Ursache, dass Liebe ist; nicht Leben, sondern die Ursache, dass Leben ist“ etc.

Lieber Leser, unzählige Menschen meinen, Liebe habe etwas mit Handeln zu tun, Handeln für andere, Dienst am Nächsten und so weiter.

Wer aber jemals die wahre Liebe in seinem Herzen gespürt hat, weiß um ihr Geheimnis: dass es sich hier um eine Fülle des Fühlens im unsichtbaren Herzen, im Brustraum-Zentrum handelt, die erwächst aus all den anderen Gefühlsräumen im Haus unserer Seele, wenn sie frei fließen dürfen; eine Konglomeration von Emotionalfluidum, sozusagen, die sich selber genügt, die uns mit allem und jedem verbindet, ohne eine Verbindungslinie zu ziehen: ohne zu handeln.

Je mehr Liebe, umso weniger Handeln (das gilt auch zum Beispiel in der Sexualität).

Liebe ist ein Seelenzustand, der als ‚das höchste der Gefühle‘ erlebt wird und oft mit ‚Gott‘ gleichgesetzt – denn was könnte es Höheres an Fühlen geben?!?

Liebe ist jedoch nicht der innerste Ring des Herzens; innerhalb der Liebe gibt es noch etwas, das nur erwacht, wenn die Seele innehält und ihr Heil nicht mehr in Weltlichem findet, sich also vertikal zu orientieren beginnt, nicht mehr horizontal.

Liebe kann ein Türöffner zum wahren Höchsten sein, sie kann aber auch das höchste Hindernis, die größte Behinderung des Lichts in uns sein, wenn und weil sie so satt macht…

Licht ohne Liebe – wollen wir nicht, fühlt sich nicht vollständig, nicht rund an.

Liebe ohne Lichtwerdung – kann nicht genügen, wenn die Disposition in uns erwacht ist, das wahre göttliche Lichtwesen in uns freizusetzen und zum führenden Prinzip in uns zu machen.

Liebe vergoldet das Sein. Aber das Licht vergoldet die Liebe.

Author: Martin Spiegel
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